Kabelnetzbetreiber: MHP­Boxen sind zu teuer

Experten diskutieren die künftigen TV-Kabelnetze

Die Umstrukturierung der bundesdeutschen Kabelindustrie ist nach wie vor mit vielen Fragezeichen behaftet. Die neuen Netzbetreiber tun sich schwer, mit den anderen Marktteilnehmern auf einen Nenner zu kommen. Das war der Tenor der Veranstaltung "Die Kabelnetzstory - eine endlose Geschichte?" auf den Medientagen München 2001.

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"Es ist tatsächlich eine endlose Geschichte", bekannte Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB). Das Ergebnis der Privatisierung sei alles andere als befriedigend. Grund dafür sei, dass es bislang überhaupt keine ordnungspolitische Konzeption für die Privatisierung der Kabelnetze gegeben habe. Die eigentliche Zukunft der Netze, über Breitband und Digitalisierung die Verbindung von Fernsehen, Internet und Telefon zu ermöglichen, habe man schlicht vernachlässigt. Dieser Prozess laufe daher ohne besonderes Konzept nach den Regeln des Aktien-­, Kartell-­, Telekommunikations-­ und Medienrechts ab.

Inhalt:
  1. Kabelnetzbetreiber: MHP­Boxen sind zu teuer
  2. Kabelnetzbetreiber: MHP­Boxen sind zu teuer

Diese seien allerdings nicht dazu geeignet, strukturelle Veränderungen herbeizuführen. Um die notwendige Umstrukturierung des Kabelmarkts erfolgreich zu meistern, sei es erforderlich, über die Beachtung bisher geltender gesetzlicher Mindestregelungen hinaus Akzeptanz zu schaffen. Dazu müsse der Nutzer die Wahl haben, von wem er welche Angebote beziehen möchte. Die Kundenbeziehung dürfe nicht monopolisiert werden. Hege plädierte weiter für offene Standards bei Set­-Top-­Boxen.

Auch müsse der Verbraucher die Wahl haben, eine Box zu mieten oder zu kaufen. Für den fairen Wettbewerb seien ferner die Verfügbarkeit eines Common Interface (CI) und die Migration der Boxen zum neuen Standard Multimedia Home Platform (MHP) wichtig. Programmveranstaltern müssten ferner chancengleiche Zugangsmöglichkeiten geboten werden. Hege betonte: "Die deutsche Kabelindustrie darf nicht von einem Unternehmen dominiert werden."

Thomas Künstner von Booz, Allen & Hamilton skizzierte auf derselben Veranstaltung neue Wertschöpfungsmodelle für den deutschen Kabelmarkt. Er verwies darauf, dass der Ausbau der deutschen Kabelnetze Investitionen in Höhe von über einer Milliarden Euro erforderlich mache. Eine Refinanzierung sei insbesondere über "Bundling-­Angebote"-Erfolg versprechend. Die Verbindung von Breitbandinternet, Pay­TV und Telefonie biete wichtige Wettbewerbsvorteile. Zentrale Bedeutung für die Akzeptanz von Digital­TV hätten elektronische Programmführer (EPGs). Auch transaktionsorientierte Dienste, T-­Commerce, Revenue-­Sharing, Premium­TV, Video on Demand und Spiele seien wichtige Elemente in den neuen Geschäftsmodellen der Kabelnetzbetreiber. Künstner: "Es gibt jedoch kein vereinzeltes Erfolgsrezept, sondern eine Vielzahl von Modellen."

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Günther Maier, Geschäftsführer des hessischen Kabelnetzproviders iesy, erklärte, dass sein Unternehmen auch nicht die Absicht habe, ein CI in diese Boxen zu integrieren. Die MHP-­Einführung sei sicherlich eine gute Sache für die Kabelnetzbetreiber, jedoch auch eine Zeit-­ und Kostenfrage. Die Boxen müssten in die kaufmännischen Konzepte passen, sonst sei kein "Return of Invest" möglich, kein Kabelausbau und damit auch kein Wettbewerb auf der letzten Meile. Iesy sei weiterhin mit Motorola als Boxenlieferant im Gespräch. Den Kabelnetzbereich Wiesbaden werde man allerdings mit Boxen von Pace ausstatten. Geplant sei später die Einführung von Boxen mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen. Es solle eine Low­-End-­ ebenso wie eine High-­End-­Box mit integrierter Festplatte geben.

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