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Kabelnetzbetreiber: MHP­Boxen sind zu teuer

Roland Steindorf, Mitglied Transition­Team Liberty Media International, sagte, dass sein Unternehmen erst das laufende kartellrechtliche Verfahren abwarten wolle, bis eine Boxenentscheidung getroffen werden könne. Liberty werde dann auch direkt mit dem Ausbau der Kabelkapazität auf 510 MHz beginnen. In zwei bis drei Jahren solle dieser Ausbau abgeschlossen sein. Erst danach überlege man die Erweiterung auf 862 MHz.

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Auch Hennig Schnepper, Vice President Public Policy des Callahan-­Unternehmens Ish in NRW, berichtete, dass sein Unternehmen zunächst nur mit günstigen Mietboxen, "die nicht alles können", auf den Markt kommen wolle. MHP­Boxen seien noch zu teuer. "Wir gehen davon aus, dass sich MHP erst in 18 bis 24 Monaten durchsetzen wird. So viel Zeit haben wir jedoch nicht." Das Unternehmen habe jedoch in seiner Boxenausschreibung festgelegt, dass ein Migrationspfad hin zu MHP möglich sein müsse.

"Wir haben die meisten Kunden auf der Netzebene 4. Und das wird auch so bleiben", sagte ANGA-­Präsident Thomas Braun. Die NE4-­Betreiber seien der einzige Garant für den Wettbewerb. NE3-­Betreiber hingegen seien austauschbar. Wenn man mit den neuen Kabelnetzbetreibern auf der NE 4 nicht klarkäme, könne man auch mit Satellitenanbietern zusammenarbeiten, mit City-­Carriern oder auch mit künftigen DVB­T-­Anbietern. Braun: "Die Konkurrenz für Kabelnetzprovider ist vorhanden." Der ANGA-­Chef betonte, dass der Ausbau auf 510 MHz aus Sicht seines Verbands bereits viele neue Möglichkeiten eröffne. Die NE4­Betreiber würden jedoch diesen Zwischenschritt nicht machen und gleich auf 862 MHz ausbauen. Die Bedenken der neuen Kabelnetzbetreiber in Sachen MHP könne er zum Teil nachvollziehen. Auch er gehe davon aus, dass die Preise bei MHP-­Boxen anfangs bei kleinen Stückzahlen noch zu hoch seien.

Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), wiederholte in München die VPRT-­Position, dass auch in den neu strukturierten Netzen die Einspeisung der privaten Programme gewährleistet sein müsse. "Wenn wir uns mit den Kabelnetzbetreibern verständigen können, gibt es auch keinen Regelungsbedarf." Trotz des ganzen "Kriegsgeheules" habe man schließlich eine gemeinsame Interessenlage: die Schaffung neuer Geschäftsmodelle durch schnellen Netzausbau. Mit dem Ausbau auf 510 MHz ist für ihn das Problem der knappen Kapazitäten noch nicht erledigt. Es sei dann nach wie vor das Engagement der Regulierer gefragt. Doetz verlangte klare Aussagen der Netzbetreiber zu ihren Geschäftsplänen. "Es fehlen noch etliche Eckpunkte, bevor sich die Politik zurücklehnen kann", sagte er. Ish­Vize Schnepper meinte, der VPRT solle "weniger auf Maximalforderungen rumreiten" und mehr mit den Kabelnetzbetreibern Problemlösungen diskutieren.

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