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Mobiles Internet - ein Hype ohne Business-Modell?

Von "Killerapplikationen" und "Killercocktails"

Die nächste "Killerapplikation" für mobile Anwendungen ist bereits gefunden. "Nach Text­Messaging wird Foto­Messaging kommen", propagierte Claudia Pöpperl, Managing Director des Berliner Start­-ups Universal Communication Platform (UCP), auf der zumindest vom Titel her eher defensiv wirkenden Veranstaltung bei den Medientagen München.

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"Auf dem Handy ist das Zeitalter des Schwarz-Weiß-Fernsehens angebrochen." Die Frage nach attraktivem Content ist für sie kein Thema. "Den generieren unsere Nutzer selbst." Und diese seien auch bereit, für spezielle Services zu bezahlen. Zwei Euro monatlich kostet das UCP-­Angebot "U­Boot Plus", das beispielsweise das Herunterladen von Klingeltönen ermöglicht. Im Herbst 2002 will UCP, gestützt auf weitere Erlösquellen wie Online­-Vermarktung, Umsatzbeteiligung an den Netzbetreibern, E-­Commerce oder Merchandising schwarze Zahlen schreiben.

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Die Frage nach umsatzförderndem Content war auch für Oliver Samwer, Vorstand des mobilen Internetunternehmens Jamba, leicht zu beantworten. "Es sind jene Dinge, welche das Leben schöner und nicht effizienter machen." Sein "Killercocktail": E-­Mail, Chats, Games, Fotos, Erotik, Musik­-Downloads. "Entertainment macht 90 Prozent des Markts aus." Zumindest bei der Zielgruppe, für die mobile Anwendungen seiner Meinung nach am schnellsten zum Ziel, sprich: zu Einnahmen, führen. "Unser Modell ist ganz simpel strukturiert. Wir wollen Kohle machen und konzentrieren uns auf die 8-­ bis 28-Jährigen." Doch an den schnellen Erfolg glaubt auch er nicht. "Im mobilen Internet gewinnen nur die, die einen langen Atem haben." Ein Zeithorizont von zehn Jahren sei dafür anzusetzen.

Wap oder SMS-­Applikationen stünden derzeit bei werbetreibenden Kunden nicht besonders hoch im Kurs, berichtete Ralf Berchtenbreiter von der Münchner Internetagentur "Die Argonauten". Zumindest indirekt klangen damit auch Zweifel an den Erfolgsaussichten des ebenfalls vorgestellten Unternehmens Mindmatic AG an, dessen Vorstand Ingo Lippert ausschließlich auf die Zielgruppe "Werbungtreibende" setzt. Deutlicher formulierte ihre Skepsis gegenüber einem derartigen Geschäftsmodell UCP­Managerin Pöpperl. "Das beste Kundenbindungstool für Unternehmen ist die Handynummer. Es ist viel interessanter für Unternehmen, sich hier einen eigenen Kundenstamm aufzubauen."

Als größten Hemmschuh für eine stärkere und schnellere Marktdurchdringung identifizierten die Podiumsteilnehmer zwei Faktoren: Zum einen seien Erwartungen geweckt worden, die derzeit noch gar nicht erfüllt werden könnten. Zum anderen verhielten sich die Telekommunikationsanbieter, die "Telkos", alles andere als kooperativ. "Die Signale aus der Telko­-Welt wirken wenig unterstützend. Sie dürfen ihren Kostendruck nicht auf neue Entwicklungen abwälzen", forderte Podiumsmoderator Knut Föckler, CEO der Wireless Vision AG in München. Die jüngsten Preiserhöhungen für SMS-­Services, so die Befürchtung von Mindmatics-­Vorstand Lippert, führe nicht nur zum baldigen Verschwinden kostenloser SMS-­Anbieter. "Auch bei der Zielgruppe ist irgendwann Schluss." Die derzeit zwei Milliarden in Deutschland monatlich verschickten SMS-­Nachrichten könnten damit bald der Vergangenheit angehören.

Am zumindest mittelfristigen Erfolg des mobilen Internets werde auch diese Preiserhöhung nichts ändern können, zeigte sich Moderator Föckler in seinem Schlusswort optimistisch. "Erfolg werden Business-­Modelle haben, die auf die derzeitigen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind und die Stärke des Mobilfunks als persönliches und mobiles Medium optimal nutzen."

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Barbara Salesch 22. Okt 2001

Ich würde mir ehrlich gesagt sorgen machen, wenn 50% meiner Zielgruppe, bei der ich...


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