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Wireless LAN in Hotspots - Gefahr für UMTS?

UMTS-Anbieter fürchten drahtlosen Zugang in Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels. Drahtloser Internet- und Netzwerkzugang mittels tragbarer Computer und PDAs in so genannten Hotspots, sprich öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Hotels bereitet den Anbietern von UMTS-Telefonnetzen schon im Vorfeld der UMTS-Markteinführung Kopfzerbrechen.
/ Andreas Donath
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Gerade in Hotspots dürfte sich bei der wichtigsten UMTS-Zielgruppe, den Geschäftsleuten, der größte Bedarf an Datenanbindungen ergeben. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost und Sullivan werden in Europa mit öffentlichen Wireless-LAN-Zugängen bereits dieses Jahr Umsätze in Höhe von 4,12 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Für das Jahr 2006 erwartet man Umsätze von mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Eine gewisse Zahl von Wireless-LAN-Zugängen an öffentlichen Plätzen, über die Laptops und PDAs mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 11 MBit/s mit dem Internet verbunden werden können, ist heute bereits installiert. In den USA will MobileStar bis Ende 2003 etwa 8.000 Zugangspunkte eingerichtet haben, in Skandinavien bieten Telia und Sonera schon einige hundert öffentliche Zugänge. Doch der Boom steht noch bevor, besonders, da in naher Zukunft neben Wireless LAN auch Bluetooth-Technologie zum Einsatz kommen wird. Im Jahr 2006 werden laut Prognose in Europa mehr als 37.000 Hotspots mit Wireless LAN oder Bluetooth-Anbindung ausgerüstet sein. Der Anteil an Bluetooth-Hotspots wird im Jahr 2006 bei ca. 35 Prozent liegen, wobei wohl 20 bis 50 Prozent der Hotspots mit beiden Technologien ausgestattet sein werden, um ein möglichst breites Publikum ansprechen zu können.

Mit fallenden Kosten für High-Speed-WLAN- ("Wi-Fi"-) und Bluetooth-fähige Geräte und zunehmender Verfügbarkeit wird das Angebot auch für ein breiteres Publikum interessant. Die zunehmende Verbreitung von Wireless-LAN-fähigen Geräten und die Durchsetzung des Standards 802.11b werden ebenso zum Wachstum beitragen wie die hohe Mobilität in der Geschäftswelt und das große Potenzial von Hotels, Flughäfen und Bahnhöfen, die sich durch das Angebot eines Wireless-LAN- oder Bluetooth-Zugangs profilieren können.

Für die Mobiltelefonanbieter besteht die reale Gefahr, dass die mit Wireless-LAN-Zugangspunkten erwirtschafteten Umsätze zu Lasten der Einnahmen aus der mobilen Datenkommunikation über UMTS gehen. Viele europäische Mobiltelefongesellschaften, die unter den exorbitanten Kosten für UMTS-Lizenzen und -Netzaufbau leiden, prüfen deshalb zurzeit, mit welcher Strategie sie solche Einnahmeverluste verhindern können. Wer keine Wireless-LAN-Zugänge einrichtet, riskiert den Verlust von profitablen Kunden. Nach Jan ten Sythoff, Wireless Programme Manager bei Frost und Sullivan, setzen einige Wettbewerber frühzeitig auf eigene Angebote, während andere sich auf das eigentliche Mobiltelefongeschäft zurückziehen und Übernahmen oder Partnerschaften planen. In jedem Fall verschärft sich der Wettbewerb zwischen Mobiltelefonnetzbetreibern und anderen Anbietern.

Interessant ist allerdings nicht nur das Umsatzpotenzial. Die Integration von öffentlichen Wireless-LAN-Zugängen in die Mobiltelefonnetzstruktur kann schon bald schnelle drahtlose Datenkommunikation ermöglichen und den Mobiltelefonnetzanbietern zu einem Know-how verhelfen, das sie auch für einen erfolgreichen UMTS-Betrieb benötigen. Gerade standortabhängige Dienste können hier erprobt werden.

Probleme dürfte vor allem die uneinheitliche Regulierung des 2,4-GHz- und des 5-GHz-Bandes in Europa bereiten. So ist etwa in Großbritannien die Erwirtschaftung von Gewinnen durch Nutzung der 2,4-GHz und 5-GHz-Bänder in öffentlichen Räumen und in Hotels verboten. Bis zu einheitlichen europäischen Standards ist noch ein weiter Weg zurückzulegen.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Frage des Roamings, weil mit der Zahl der Roaming-Partner die Attraktivität des Angebotes für die Kunden steigt. Es fehlt jedoch ein verbindlicher internationaler Roaming-Standard, und Roaming-Partner müssen über harmonisierte Abrechnungssysteme und eine vergleichbare Dienstequalität verfügen.

Die neu erschienene Frost und Sullivan Studie analysiert die Situation verschiedener Arten von Mobiltelefonunternehmen wie Greenfield-Betreiber (die UMTS-Lizenzen erworben haben, aber derzeit noch kein Telefonnetz betreiben), reine Mobiltelefonnetzbetreiber sowie Betreiber von Fest- und Mobiltelefonnetzen und untersucht die Vor- und Nachteile, die sich für sie aus der Einrichtung öffentlicher WLAN-Zugangspunkte ergeben. Zudem wird die Marktentwicklung für Hardware und Dienste sowohl für Wireless LAN als auch Bluetooth-Technologie quantitativ und qualitativ betrachtet.

Der Titel der Studie lautet "Wireless Access In Public Hostpots". Sie ist bei Frost und Sullivan für 5.000,- Euro erhältlich.


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