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Vitrine der Zukunft verbindet Objekt und 3D-Projektion

Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt "schlauen Schaukasten"

Eine Vitrine der besonderen Art soll reale Exponate und computergenerierte Informationen dreidimensional miteinander verschmelzen, berichtet die Fraunhofer-Gesellschaft. Die ersten Prototypen des "Virtual Showcase" werden jetzt in einem dreijährigen EU-Projekt weiterentwickelt.

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Die computerisierte Vitrine soll beispielsweise Museumsbesuchern dabei helfen, die Form von Ausstellungsstücken zu erkennen, wenn nur Fragmente gezeigt werden können. So soll es beispielsweise möglich werden, Nofretetes Büste zu betrachten und deren fehlende Augen per Projektion dreidimensional einzufügen. Es können also fehlende Teile virtuell in 3-D ergänzt werden, so dass reale Exponate und computergenerierte Informationen miteinander verschmelzen.

Im Gegensatz zu anderen Techniken sollen bis zu vier Personen gleichzeitig um die dreidimensionale Darstellung herumgehen können, da zu jeder der vier Seiten eine Projektionsfläche geboten wird. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Vitrine bestehen die schräg stehenden Scheiben des Virtual Showcase aus halbdurchlässigen Spiegeln. Auf diese projiziert ein Display am Boden des Schaukastens zusätzliche Informationen, so dass sich die realen Ausstellungsstücke mit der Projektion überlagern. Den dreidimensionalen Eindruck erhält der Betrachter durch eine Spezialbrille. Dazu kann der "schlaue Schaukasten" sowohl für alle Betrachter dasselbe Bild darstellen als auch individuelle Details für jeden einzelnen Nutzer. Eine echte 3D-Rundumansicht ohne 3D-Brille ist auch mit dem "Virtual Showcase" noch nicht möglich.

Bis zu vier Personen gleichzeitig können ein Ausstellungsobjekt betrachten, das um virtuelle Bildinformationen dreidimensional ergänzt wird.
Bis zu vier Personen gleichzeitig können ein Ausstellungsobjekt betrachten, das um virtuelle Bildinformationen dreidimensional ergänzt wird.

In dem seit September laufenden EU-Projekt sollen nun die ersten Prototypen des Virtual Showcase, die unter Leitung des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD entstanden sind, weiterentwickelt werden. An dem dreijährigen Projekt sind neben dem IGD Rostock auch das Fraunhofer Institut für Medienkommunikation IMK in St. Augustin und die Technische Universität Wien beteiligt.

"Die Technologie wird in bestehende Museen integriert werden", sagt Jörg Voskamp vom Bereich Visualisierung und Interaktionstechniken des IGD Rostock. "Die Virtual Showcases sollen zunächst im Technischen Museum Wien, dem Deutschen Museum Bonn und im Archäologischen Museum Braga/Portugal getestet werden."

Museen sollen jedoch nicht das einzige Anwendungsgebiet der virtuellen Schaukästen bleiben. "Wir haben auch Interessenten aus der Automobilindustrie, die Virtual Showcases beispielsweise für das Rapid Prototyping verwenden wollen", so Voskamp. Ingenieure und Designer sollen damit schon in einer frühen Projektphase um ein 3D-Modell des neuen Autos herumgehen und Änderungen sofort einarbeiten können.


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