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Spieletest: Wiggles - Knuddelzwerge erobern den PC

Entwickler SEK bringt frischen Wind ins Wuselland. Schon in unseren Previews schien sich anzudeuten, dass uns mit den Wiggles ein Highlight der Aufbaustrategie ins Haus steht, die fertige Version weiß den Ersteindruck sogar noch zu toppen: Mit diesen liebenswerten und gleichzeitig ungemein fiesen Zwergen können es weder "Die Siedler" noch "Die Völker" aufnehmen.
/ Thorsten Wiesner
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Wobei schon die ersten Eindrücke vom Spiel nachdrücklich aufzeigten, dass es sich bei den Wiggles mit Sicherheit nicht um einen weiteren Siedler-/Völker-Klon handelt, dafür sind die Unterschiede einfach zu gravierend: Anstelle unzähliger namenloser Charaktere befehligt man hier nur eine sehr überschaubare Zahl von Wichteln, die zudem noch allesamt sehr verschieden in ihrem Verhalten sind – jeder, vom Spieler höchst selbst mit einem Namen versehene Wiggle, besitzt spezielle Fähigkeiten und Eigenschaften, die ihn etwa für Bautätigkeiten, das Kochen oder das Niederkämpfen von Feinden besonders geeignet erscheinen lassen.

Natürlich werden diese Werte im Spielverlauf trainiert, so dass die Fähigkeiten des eigenen Zwergenteams immer fortgeschrittener werden – umso tragischer, wenn dann einer der eigenen Wichtel ins virtuelle Gras beißen muss, was vor allem in den Auseinandersetzungen mit anderen Zwergenstämmen oder den sehr grobschlächtigen Trollen durchaus mal passieren kann.

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Alleine ist man hier nämlich nicht, das zu durchbuddelnde Erdreich (die Wiggles leben, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Wuselvölkern, nämlich unter und nicht auf der Erodoberfläche) wird noch von einer ganzen Reihe anderer Lebewesen bevölkert, die einem mal mehr oder weniger freundlich gesonnen sind. Wie man sich dabei mit den anderen Zwergen, Drachen oder Trollen auseinandersetzt, bleibt dem Spieler überlassen – die verschiedenen Missionsziele lassen sich auf unterschiedlichste Art und Weise absolvieren.

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Die vielen verschiedene Geschehnisse während des Spielablaufes sind auch der Grund dafür, dass die Motivation nicht bereits nach wenigen Spielstunden nachlässt: Wer plötzlich den Stamm der Kiffer-Zwerge kennen lernt, einem Drachen dabei hilft, seine Probleme loszuwerden oder die irgendwo im Erdreich versunkene, mit Wasser gefüllte Titanic trockenlegt, verliert nicht so schnell die Lust, weiterzuspielen.

Zudem wurde dem Ganzen auch eine Hintergrundgeschichte spendiert – nicht gerade typisch für dieses Genre – die im vorzüglichen Intro auf sehr witzige Art und Weise erzählt wird. Eigentliche Aufgabe des Spielers ist es nämlich, dem Göttervater Odin sein verloren gegangenes Hündchen wiederzubringen. Allein die Aussicht auf Ruhm reicht dabei natürlich noch lange nicht aus, die Wiggles zum Eingreifen zu bewegen. Das Versprechen von Unmengen Met und langen Bärten hingegen verfehlen ihre Wirkung nicht, und schon begibt man sich auf die Suche nach dem göttlichen Vierbeiner.

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Überhaupt sind Humor, Sarkasmus und Ironie große Stärken des Spiels, es gibt kaum einen Dialog, der nicht für grinsende Gesichter sorgt. Dabei macht es sich auch bemerkbar, dass für die Synchronisation professionelle Sprecher engagiert wurden, die den Zwischensequenzen beinahe filmreife Qualität verleihen.

Stichwort Film: Wenige Computerspiele bieten auch beim Nichtstun so viel Unterhaltung wie die Wiggles. Wer nämlich die Zwerge einfach gewähren lässt, darf ihnen dabei zuschauen, wie sie sich in der Kneipe die Kante geben, nach möglichen Vermehrungspartnern Ausschau halten und sich dabei Hals über Kopf verlieben oder einen ahnungslosen Hamster aufspießen und in einen knusprigen Braten verwandeln. Anders ausgedrückt: Hier macht das passive Anschauen bereits mehr Spaß als bei vielen anderen Titeln das Spielen.

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Natürlich sind die Handlungsmöglichkeiten dennoch sehr umfangreich: Für jeden einzelnen Wiggle kann bestimmt werden, wann er arbeitet und wann er seine Freizeit genießen darf, Forschungsaufträge sorgen dafür, dass – die entsprechenden Rohstoffe vorausgesetzt – schon bald auch Eisenbahnen, Discos und Bowlingbahnen das Erdreich verschönern. Wer auch im Nahkampf erfolgreich sein will, sollte zudem rechtzeitig an eine gute Kung-Fu-Ausbildung der eigenen Mannschaft denken.

Bei all der Begeisterung darf ein großer Kritikpunkt am Spiel allerdings nicht unerwähnt bleiben: Die Hardwareanforderungen sind unverhältnismäßig hoch. Will man seine Lieblingszwerge wirklich ruckelfrei erleben, sollte man zumindest 256 MB RAM und einen wenigstens Gigahertz-schnellen Prozessor besitzen, ansonsten wird der Spaß leider ein wenig durch unsanftes Scrolling und holprige Animationen getrübt.

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Die gelungene Maussteuerung hingegen braucht sich keine Kritik gefallen zu lassen. Auch die Tatsache, dass neben der Kampagne einfach ein freies Spiel eingelegt werden kann, gefällt. Hat man mal vergessen, was wohl die nächste zu erledigende Aufgabe ist, kann man auf den Newsticker am oberen Bildschirmrand zugreifen, und wer wissen will, wo sich sein Lieblingszwerg gerade herumtreibt, muss nicht lange auf der – gerade im Spielverlauf doch wirklich beachtlich an Größe hinzugewinnenden – Karte herumsuchen, sondern wählt ihn einfach per Mausklick aus der Personenliste aus.

Fazit:
Kompliment an das SEK: Mit den Wiggles ist dem jungen Berliner Entwicklerteam ein Titel gelungen, der bekannte Strategieelemente aufgreift, sie mit einer Vielzahl neuer Ideen, einer witzigen Hintergrundgeschichte und vielen Adventure-Elementen verknüpft und so schlussendlich das Potenzial hat, alle anderen Titel in diesem Segment deutlich hinter sich zu lassen. Die nötige Hardware vorausgesetzt, ist stundenlanger Spielspaß garantiert – diese Zwerge wird man so schnell nicht wieder los.


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