Handybesitzer haben kaum Angst vor Elektrosmog
Industrie und Politik sind nach Meinung der Befragten für die Minimierung, Regulierung und Kontrolle des Strahlenrisikos verantwortlich. "Von der Politik verlangen viele Bürger eine strenge Kontrolle, teilweise auch die Verschärfung von Grenzwerten", so Dr. Michael Zwick, der Projektleiter der Studie. Die Bürger erwarten zudem angemessene Beteiligungschancen, wenn es um die Errichtung und Standortwahl von Sendeanlagen geht. Von der Industrie fordern die Bürger mehr Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen, um das verbliebene Strahlenrisiko zu reduzieren.
Wissenschaft und Medien werden von den Befragten kritisiert, die Öffentlichkeit nur unzureichend mit Erkenntnissen und Informationen zu versorgen. "Nur etwa jeder Vierte ist mit der Leistung von Medien und Wissenschaft beim Thema Strahlenrisiko des Mobilfunks zufrieden", so Zwick. Mit dieser Unsicherheit gingen die Bürger aber unterschiedlich um, je nachdem, ob sie selbst ein Handy nutzen oder nicht. Personen, die selbst ein Handy nutzen, tendieren dazu, das Risiko als Alltags- und Allerweltsrisiko zu akzeptieren. Personen, die kein Handy besitzen und keinen Nutzen wahrnehmen, betonen dagegen die Risiken und ziehen eine negative Bilanz bei der Abwägung zwischen Nutzen und Risiko.
Außerdem werde das Risiko in hohem Maße als persönlich kontrollierbar erlebt, je nachdem wie intensiv man ein Handy nutze. "Die Öffentlichkeit sieht die größte Gefahr durch Elektrosmog im eigenen Handy und nicht in den Sendeanlagen", so Zwick. Nur 19 Prozent der Befragten erscheine das Handyrisiko als nicht akzeptabel, lediglich drei Prozent würden im Falle eines Umzuges die Nähe zu einer Mobilfunksendeanlage meiden. "Die Öffentlichkeit im Lande ist weder risikoscheu noch technikfeindlich, aber eine schleichende Technikeinführung ohne ausreichende, direkte Bürgerbeteiligung zerstört das Vertrauen in Politik und Betreiber", kommentierte Zwick die Resultate der Studie.
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