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Spieletest: Commandos 2 - Die Taktik-Herausforderung

Zweiter Teil des Echtzeit-Taktik-Spieles. Schon Commandos eroberte die Herzen von Spielern und Kritikern im wahrsten Sinne des Wortes im Sturm, jetzt schicken die Pyro Studios und Eidos die Elitetruppe ein zweites Mal in den Kampf für das Gute. Das Beachtliche dabei: In vielen Punkten weiß Commandos 2 sogar besser zu gefallen als der Vorgänger.
/ Thorsten Wiesner
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Am prinzipiellen Spielablauf wurde dabei wenig geändert: Wieder hat man eine kleine Gruppe von speziell ausgebildeten Elitesoldaten zur Verfügung, die in diversen brenzligen Situationen mehr durch Hirn- denn durch Waffeneinsatz die Gegner überrumpeln sollen. Gewalttätige Angriffe sind somit eher die Ausnahme, schließlich lassen sich nur die wenigsten feindlichen Lager und Stützpunkte mit einer Gruppe von gerade mal acht Mann einnehmen.

Entscheidender ist es, die in unterschiedlichen Bereichen talentierten Recken den jeweils passenden Aufgaben zuzuordnen. Der Scharfschütze hat natürlich andere Stärken als der Spion, und auch für das lautlose Anschleichen oder Knacken von Schlössern hat man seine Experten. Sogar ein Hund gehört diesmal zur Elitegruppe und lässt sich in mehreren Missionen zur Ablenkung feindlicher Wachen oder zum Transport etwa von Dokumenten einsetzen.

Alle Teammitglieder können dabei auf ein viel Platz bietendes Inventar zurückgreifen, von dem sie auch oft und viel Gebrauch machen müssen, wobei neben Waffen auch eine Reihe eher alltäglicher Gegenstände mit sich herumtragen lassen. Dabei ergeben sich auch viele, eher aus Adventures bekannte Kombinationsmöglichkeiten, beispielsweise wenn man Getränke mit Schlafmitteln mischt und diese dann dem virtuellen Feind darreicht.

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt am Vorgänger war der zeitweise frustrierende Schwierigkeitsgrad, der in Commandos 2 zumindest ein wenig nach unten korrigiert wurde. Trotzdem ist man in den sehr umfangreichen und mehrere Stunden beanspruchenden Missionen ständig am Sichern des Spielstandes, die Speichern/Laden-Vorgänge sind hier so zahlreich wie sonst oft nur in Ego-Shootern. Zudem verlangt das Programm schon allein auf Grund der vielen Tastaturkürzel eine immense Einarbeitungszeit, bis man seine Gruppe voll und ganz unter Kontrolle hat.

Grafisch sieht das Spiel nochmals deutlich besser aus als sein ebenfalls schon recht hübscher Vorgänger, unzählige Details erwecken die realistischen Örtlichkeiten zum Leben. Allerdings kann die Grafik nur stufenweise gezoomt und gedreht werden, was der Übersichtlichkeit nicht gerade zuträglich ist.

Fazit:
Wie schon beim ersten Teil werden auch hier Anfänger wahrscheinlich recht bald frustriert die Escape-Taste drücken - bis man sämtliche Gegner ausgeschaltet, die benötigten Dokumente entdeckt oder die Geisel befreit hat, vergehen unzählige nicht vom Erfolg gekrönte Stunden. Dass aber trotz all der Schwierigkeiten und der alles andere als schnell zugänglichen Steuerung die Motivation bei erfahrenen Strategen nie nachlässt, spricht für die Qualität dieses Titels - selten sah Echtzeit-Taktik besser aus und fühlte sich so realistisch an wie bei Commandos 2.


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