Test: Action-Nachschub für den Game Boy Advance
Bei allen drei Titeln handelt es sich mehr oder weniger um Neuauflagen bekannter Super-Nintendo-Titel, die jetzt auf dem GBA zu neuen Ehren kommen sollen. Die nahezu identische Technologie des Game Boy Advance und des SNES sorgt generell für eine große Anzahl von Konvertierungen alter SNES-Titel für den Game Boy Advance, was nicht immer nur positiv zu bewerten ist – zwar werden so eine Reihe beeindruckender Spieleklassiker zu neuem Leben erweckt, anderseits werden schwache SNES-Titel auch auf dem Game Boy Advance nicht zu guten Spielen, wie die Tests der aktuellen Titel teils zeigen.
Soeben neu erschienen sind dabei folgende Titel:
Pitfall
Pitfall gehört zu den Veteranen des Action-Genres, bereits auf dem C64 konnte man die Abenteuer von Held Harry im Dschungel erleben. Diesmal schlüpft man allerdings in die Rolle des Sohnes, um als Harry Junior den gekidnappten Papa aus den Fängen böser Mayas zu befreien.
Dummerweise präsentiert sich das Ganze auf dem GBA-Bildschirm ähnlich unübersichtlich wie es wohl im realen Dschungel aussehen würde – der Regenwald mit seiner Fülle von Grün- und Brauntönen sorgt nicht gerade dafür, dass man die Übersicht behält. Auch die recht gewalttätigen Krokodile, Skelette und Gargoyles, die in rauen Menge nach dem Leben des Spielers trachten, sind oft erst viel zu spät auszumachen, wenn sie dem Leben des Spielers bereits ein Ende gesetzt haben.
Zu allem Überfluss sind die Level oft sehr groß, so dass planloses Herumirren zum Alltag gehört. Mehr als ärgerlich ist zudem, dass nicht gespeichert werden kann und man den gesamten Frust bei jedem Neustart ein weiteres Mal durchmachen darf. Insgesamt eine eher enttäuschende Neuauflage eines einst recht populären Titels.
Iridion 3D
Mit Iridion 3D präsentiert Entwickler Majesco das erste wirkliche Shoot'em-Up für den GBA, das vor allem grafisch beeindruckend aussieht – die Weltraumlevel, die es hier zu durchfliegen gilt, strotzen nur so vor fantasievollen Gegnern und knallbunten Objekten.
In insgesamt sieben Levels kämpft man sich mit bis zu fünf Extrawaffen durch die Heerscharen anfliegender Gegner, was spielerisch nicht sonderlich anspruchsvoll ist – viel mehr als Ausweichen und ununterbrochen den Feuerknopf zu betätigen muss nicht gemacht werden. Dieses simple Spielprinzip ist zumindest zu Beginn recht reizvoll, im Spielverlauf würde man sich über etwas mehr Abwechslung schon freuen, so kehrt schnell Langeweile ein.
Zumindest die Präsentation kann überzeugen, und auf Grund mangelnder Alternativen können Anhänger klassischer Ballerspiele durchaus mal einen Blick riskieren.
Earthworm Jim
Eartworm Jim kann da schon weitaus mehr als die beiden anderen Titel überzeugen, der Charme des leicht irren Regenwurmes entfaltet auch auf dem GBA seine volle Wirkung.
Nachdem Jim von einer herumfliegenden Kuh getroffen und infolgedessen am Kopf verletzt wurde, muss er nun eine Reise ins eigene Ich antreten, um seine Gesundheit wieder herzustellen. Dabei stellen sich ihm seine eigenen Albträume in den Weg, die sich in Form von abgedrehten Monstern materialisieren und durch ihre Abgedrehtheit überzeugen.
Grafisch und soundtechnisch ist das alles sehr gelungen umgesetzt, Spieler mit Hang zu außergewöhnlichen Jump&Run-Titeln werden diesem Spiel zweifellos einiges abgewinnen können.