Spieletest: Dark Cloud - Vielseitiges 3D-Rollenspiel für PS2

Zumindest glauben Dschinn und Flagg das, denn Toan und sein Dorf werden vom König der Feen in letzter Sekunde gerettet. Nun obliegt es Toan, seines und andere Dörfer sowie die ganze Welt zu retten. Bevor er sich dem Kampf stellt, muss er die vom Feen-König in magische Schutzhüllen versteckten Teile und Personen seines eigenen und anderer Dörfer finden und zusammensetzen.
Dabei ist die Suche nach den magisch verborgenen Puzzleteilen gefährlich, denn auf der Suche durch Verliese und andere Orte gibt es zahlreiche Widersacher, die Toan an den Kragen wollen. Kämpfe laufen dabei in Echtzeit und nicht rundenbasiert ab, viel Zeit zum Überlegen gibt es also nicht. Um Kämpfe mit Untoten, Tiermonstern und sonstigen Biestern einigermaßen unbeschadet zu überstehen, muss man je nach Gegner das richtige Maß aus Zuhauen, Zurückweichen und Parieren wählen. Nahezu jeder besiegte Gegner bringt entweder etwas Gold oder einen mehr oder weniger wichtigen Gegenstand - seien es Schlüssel, Nahrungsmittel zum Heilen, magische einmal verwendbare Gegenstände oder hilfreiche Level-Karten.
Wenn Toan mal im Kampf ins Gras beißt, wird er automatisch wiederbelebt und in Sicherheit gebracht, verliert aber die Hälfte seines Geldes. Wer schlau ist, nimmt also immer etwas Fluchtpulver mit sich und nimmt rechtzeitig Reißaus. Zudem sollte man vor dem Betreten der nächsten Verlies-Level das Dorf besuchen, wichtige Dinge einkaufen und den Spielstand sichern.
Grafisch erinnert Dark Cloud, wie auch so manch anderer 3D-Adventure-/3D-Rollenspiel-Vertreter, sehr an japanische Comic-Zeichnungen (Mangas). Die sehr detaillierten 3D-Kreaturen wirken mitunter, als wären sie aus Nintendos Zelda, Pokémon oder Squares Final Fantasy entlaufen. Sowohl den Charakteren als auch den Häusern und Gegenständen hat Level 5 recht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Leider gilt das nicht für den Boden. Der ist fast überall platt, wenn man nicht gerade einen Fluss darauf platziert hat. Insbesondere in Höhlen wirkt es etwas eigenartig, dass man zwar unregelmäßige Felswände hat, der Boden jedoch platt wie eine Eisfläche ist, wogegen auch Texturen nichts machen können. So etwas muss in heutigen 3D-Spielen nicht mehr vorkommen.
Insgesamt ist Dark Cloud beim Kampfsystem, bei der Story und beim Level-Design Durchschnittskost, das Spiel bietet nichts wirklich Neues. Dafür verbindet es jedoch die Genres 3D-Rollenspiel, Action-Adventure und Puzzle-Strategie auf eine recht witzige und spannende Weise miteinander. Grafisch kann das Spiel zumindest bei den liebevoll gestalteten Charakteren überzeugen, beim Sound hapert es jedoch an einer fehlenden Sprachausgabe - Textfenster-Orgien sind auf Next-Generation-Konsolen keine zeitgemäße Art der Geschichtenerzählung mehr.



