Test: Palm m125 mit SD-Card-Slot
Im Unterschied zum PalmOS-PDA HandEra 330 fehlt dem m125 aber, wie auch der m500er-Serie, eine vernünftige Software zum Zugriff auf die Kartendaten. Das PalmOS liest Daten nur ein, die sich in dem Verzeichnis /Palm/Launcher befinden und speichert auch alle Einträge darunter ab. Auf in anderen Verzeichnissen befindliche Daten kann man ohne Zusatzsoftware nicht zugreifen. Wer Daten nur mit anderen Palm-Nutzern austauscht, wird diesen Nachteil kaum bemerken. Aber beim Datenaustausch mit anderen Geräten kann es hier zu Problemen kommen.
Hier existiert aber bereits kostenlose Abhilfe: Die japanische Freeware McFile stellt einen Dateimanager unter PalmOS 4.0 bereit und kann unter anderem von pdassi in der aktuellen englischen Version 1.12(öffnet im neuen Fenster) heruntergeladen werden. Auch wenn die Hilfe nur in japanischer Sprache vorliegt, ist das Programm leicht zu bedienen. Durch eine Mehrfachauswahl erleichtert es die Arbeit für alle, die oft Daten zwischen Speicher und Karte hin- und herkopieren.
Das im Test zum Palm m500 enthaltene PalmOS 4.0 unterscheidet sich zur Version im m125 in einigen Details: Ihm fehlen die beiden zusätzlichen Benachrichtigungs-Optionen "stiller Alarm" und "Vibrationsalarm". Ausführlich wurden die übrigen Neuerungen des PalmOS 4.0 und das vergleichsweise unkomfortable Zusammenspiel mit Speicherkarten im Test zum Palm m500 beschrieben.
Der Palm m125 besitzt ferner einen monochromen Touchscreen mit Palm-typischer inverser Hintergrundbeleuchtung. Der Kontrast und damit die Lesbarkeit des Displays erreicht nicht ganz die vorzügliche Qualität des m500, ist aber insgesamt gut erkennbar. Die geringe Größe des Displays erreicht nur ein Viertel der Größe "normaler" PalmOS-PDAs und trübt die Bewertung nachhaltig. Umsteiger von einem Modell mit normal großem Bildschirm empfinden das kleine Display schlicht unerträglich. Bedingt durch die kleinere Bildschirmfläche verringert sich auch die Größe des Graffiti-Feldes, was leichter zu Fehleingaben bei der Handschriftenerkennung führt. Die inverse Hintergrundbeleuchtung lässt das Graffiti-Feld dunkel und bringt im Dämmerlicht leider kaum eine Wirkung, sondern verbessert die Lesbarkeit nur bei dunkler Umgebung. Um diesem Problem beizukommen, existiert unter anderem der kostenlose Palm-Hack BackLight Hack(öffnet im neuen Fenster) , der den Hintergrund wie früher ausleuchtet.
Zum Lieferumfang des Palm m125 gehört eine USB-Dockingstation, aus der man den PDA wie schon bei der m500er-Serie nur recht umständlich lösen kann. Ferner gehört an Software-Ausstattung zu den üblichen PIM-Anwendungen noch das Mobile Internet Kit , der Palm Reader samt zwei deutsche E-Books, die MGI PhotoSuite Mobile Edition , das Office-Tool Documents To Go 4.0 und der Palm Desktop 4.0 für Windows. Ein gedrucktes Handbuch erläutert die Kernfunktionen des Gerätes knapp aber ausreichend. Eine Speicherkarte liegt dem Paket nicht bei.
Fazit
Umwerfende Neuerungen bringt der m125 nicht. Er entspricht weitestgehend dem m105 und wurde im Grunde nur um einen SD-Card-Slot erweitert. Die neuen sinnvollen Alarmfunktionen des PalmOS 4.0 kennt der Neuling bedauerlicherweise nicht. Die bei Sony und HandEra üblichen Scrollräder, ein ausblendbares Graffiti-Feld oder ein hochauflösendes Display bleiben für Palm-Geräte weiterhin Fremdworte.
Der m125 wirkt durch seine Rundungen kleiner als er eigentlich ist, erreicht aber bei der Dicke sogar Visor-Ausmaße. Nur dass der Visor einen "ausgewachsenen" PDA-Bildschirm besitzt, während sich der m125 mit dem kleinsten Display der gesamten PalmOS-Welt begnügen muss. Der deutlich günstigere Visor Deluxe(öffnet im neuen Fenster) (449,- DM) hinterlässt im Vergleich zum m125 eine deutlich bessere Figur und lässt sich über die Springboard-Schnittstelle noch flexibler erweitern. Zudem bekommt man den m500 gemäß unserer aktuellen Marktübersicht schon ab 719,- DM, was nicht gerade einen Kaufanreiz für den m125 darstellt.



