Spieletest: Gorasul - Rollenspielhighlight aus Deutschland
Silver Style und JoWooD bringen faszinierenden und vielseitigen Titel. Etwas länger als zunächst angekündigt hat es zwar gedauert, jetzt steht aber das vom Berliner Entwicklerteam Silver Style geschaffene Gorasul wirklich in den Läden und weiß die hoch gesteckten Erwartungen durchaus zu erfüllen.
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Bereits unser Preview ließ auf einen gelungenen Titel hoffen, der es durchaus mit der Faszination von Verkaufserfolgen wie Diablo II oder Baldurs Gate 2 aufnehmen könnte. Zwar kann, um das gleich vorwegzunehmen, Gorasul nicht mit der Komplexität der eben genannten amerikanischen Titel mithalten, dafür begeistern jedoch eine Reihe anderer Features über alle Maßen.
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So ist etwa die Geschichte von Roszondas, einem Mann, der von einem Drachen in der Welt Gorasul großgezogen wurde und durch das Geschenk des Drachenatems die Magie und das Wesen eben dieses Drachen erbt, voller faszinierender Wendungen und gespickt mit mal humorvollen, mal tragischen Ereignissen. Im Kampf gegen den Dämon Krshnat muss der Spieler nicht nur dafür sorgen, dass Roszondas sein zu Spielbeginn verlorenes Gedächtnis wiederfindet, sondern auch die Fähigkeiten der Magie zurückerlangt und lernt, mit seinen ihm gegebenen Drachenfähigkeiten umzugehen.
Denn neben den auch aus anderen Titeln bekannten Eigenschaften, die natürlich im Spielverlauf ausgebaut und verbessert werden, zeichnet sich Roszondas zusätzlich durch vier weitere, von seinem Drachenvater stammende Charakterwerte aus: Die Drachenfurcht vermag es, Gegner in die Flucht zu schlagen, die Drachenaugen hingegen ermöglichen es Roszondas, einen immer größer werdenden Umkreis der Landschaft überblicken zu können. Der Drachenatem kann bei richtiger Anwendung gehörigen Schaden bei Zombies und anderen Bösewichten verursachen, und die Drachenstärke hilft in Extremsituationen, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren.
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Bereits vor Spielbeginn entscheidet man sich, in welcher Form man des Rätsels Lösung ausfindig machen will: Wer sich für den Questmodus entscheidet, muss zwar nur selten die Waffe zücken, dafür aber unzählige und oftmals wirklich äußerst knifflige Rätsel lösen, die zumeist recht einfallsreich und unterhaltsam zu lösen sind. Denkspielhasser stürzen sich auf den Kampfmodus und prügeln und zaubern sich dem Ziel entgegen, und Unentschlossene dürfen eine ausbalancierte Mixtur aus beidem anwählen.
Ein weiteres Highlight ist zweifellos die magische Waffe, die Roszondas zur Verfügung steht, denn im Gegensatz zu "üblichem" Kampfgerät lässt sie den Spieler nicht kommentarlos gewähren. Zu Beginn gibt sie hilfreiche Tipps, in dem sie auf telepathischem Wege Kontakt mit Roszondas aufnimmt, später dann machen sich immer mehr die Eigenschaften der Waffe bemerkbar – hat sie etwa einen hohen Ego-Wert, sollte man sich auf ein manchmal recht störrisches Verhalten ihrerseits einstellen.
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Zudem besitzt jede Waffe einen Hass- und einen Angstgegner, so dass sie sich entweder ganz entgegen der Absicht des Spielers urplötzlich auf einen Charakter stürzt, oder aber im Extremfall ihren Dienst verweigert, wenn der Gegner ihr zuviel Angst einflößt. Die Gespräche zwischen Roszondas und seiner Waffe bieten jedenfalls zumeist gutes Entertainment, zudem ist es beachtlich, dass trotz des manchmal sehr schnodderigen Humors die düstere und faszinierende Atmosphäre des Titels nicht beeinträchtigt wird.
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Sprachausgabe gibt es zwar nur selten zu hören, dafür dann allerdings in recht hoher Qualität, zudem sind auch die Zwischensequenzen sehr ansprechend. Den Dialogen scheint man zudem anzumerken, dass hier deutsche Entwickler am Werk sind und man es nicht mit einer mehr oder weniger gut gelungenen Synchronisation amerikanischer Titel zu tun hat, der Motivation, die oft sehr ausführlichen Texte zu lesen, tut dies zweifellos gut.
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Gorasul verzichtet eindeutig auf Komplexität zu Gunsten der Zugänglichkeit: Wer auf Hunderte unterschiedlicher Zauber, in Textwüsten ausufernde Gespräche oder völlig überlastete Inventare hofft, wird zweifellos enttäuscht, dafür präsentiert sich das Spiel trotz seiner tiefgängigen Story und der immer noch zahllosen Spieloptionen so einsteigerfreundlich wie schon lange kein anderes Rollenspiel – die Bedienung ist intuitiv verständlich und auch Rollenspielneulingen schnell näher gebracht.
Grafisch präsentiert sich das Ganze recht ansprechend, Zauber und andere Effekte werden genreüblich umgesetzt. Auch die Hintergrundmusik und die Geräuschkulisse überzeugen.
Fazit: Möchte man Gorasul einen Vorwurf machen, dann den, dass sich der Titel hemmungslos an anderen Rollenspieltiteln bedient und sozuzusagen das Beste aller Welten zusammenführt, was vor allem beim Kampfsystem (wo man zwischen Diablo- oder Baldurs-Gate-typischem Schlachtgetümmel wählen darf) sehr deutlich wird. Dafür wurde das Ganze aber auch durch eine Reihe neuer Elemente weiter ausgebaut, wie etwa mit der "intelligenten" Waffe oder den Dracheneigenschaften. Der Verzicht auf ausufernde Komplexität wird manchen der Extrem-Rollenspieler eventuell enttäuschen, nicht so erfahrenen Spielern dafür deutlich entgegengekommen. Alles in allem ist und bleibt Gorasul aber das seit langem beste in Deutschland entwickelte Rollenspiel.