Flatrate-Aussage des Kanzlers in der Kritik
Die Flatrate an Stelle nutzungsabhängiger Abrechnungen sei "eine gute Sache, und AOL fordert das auch zu Recht" , so der Kanzler in dem Gespräch , das der Online-Dienst ins Internet stellte.
Bei einem anschließenden Empfang bot sich Schröder als Vermittler im Streit mit der Deutschen Telekom an, die von AOL für eine Standleitungskapazität von 64 Kilobit bisher 160 DM pro Monat und Kunde verlangt. AOL fordert mindestens eine Halbierung dieses Betrags. Schröders Einlassungen seien "mehr als ein Punktsieg für den Online-Dienst" , kommentierte die Berliner Zeitung(öffnet im neuen Fenster) und wunderte sich, dass Schröder die "Wertentwicklung des Bundesvermögens" – gemeint waren die Telekom-Aktien in Bundesbesitz – "offenbar völlig schnuppe" sei.
Nicht ganz – meint nun der Spiegel hämisch – denn AOL half, beim Kanzlerfest das Bundesvermögen zu schonen. Als einer von drei Hauptsponsoren stiftete das Unternehmen 500.000 DM für das Gelingen des Spektakels. Als "Gegenleistung" , so ein AOL-Manager, habe man die "exklusiven Internet-Rechte" bei der Vermarktung des Festes und das Exklusiv-Interview mit dem Kanzler erhalten.
Dass Schröder sich dabei inhaltlich auf die Seite der edlen Spender schlug, war auch für AOL eine Überraschung. "Ich war echt platt" , so ein anwesender Mitarbeiter, dessen Name aber nicht in die Öffentlichkeit gelangte.
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