Studie: Video auf Abruf in Europa bald Massenmarkt
Video on Demand heißt soviel wie "Video auf Abruf" und zählt zu den Pay-per-View-Dienstleistungen, bei denen die Nutzer jeweils nur die Sendungen oder Filme bezahlen, die sie tatsächlich sehen. Die Übertragung erfolgt via Internet, TV-Kabelnetz oder über Satellit auf einen speziell ausgerüsteten PC bzw. auf einen Fernseher mit entsprechender Set-Top-Box. Die Zeit der Übertragung kann frei gewählt, der Film kann beliebig angehalten, vor- und zurückgespult werden. Damit hebt sich VOD vom Pay-TV ab: Die Pay-per-View-Kanäle bieten ein festes Programm, dem sich die Nutzer bei Bedarf zuschalten.
Bevor sich der Service allerdings zum Standard entwickeln kann, muss sich in Sachen Leitungskapazitäten und Übertragungsgeschwindigkeiten noch einiges tun, so die Analysten. Die Datenmengen erfordern hohe Bandbreiten, und die Zahl der Haushalte mit Breitbandzugang zum Netz ist in Europa noch recht gering. Doch laut Niamh Spillane, Analyst bei Frost & Sullivan, ist die Entwicklung zum Massenmarkt unaufhaltsam, da die Kosten für Breitband-Technologien bereits rückläufig seien und auch die Set-Top-Boxen billiger würden. Damit könnten die Netzbetreiber mit Geschäftsmodellen aufwarten, die VOD auch für den Durchschnittshaushalt erschwinglich machen. Große Hoffnungen setzen die potenziellen VOD-Anbieter auf die DSL-Technologie.
"Ein Highspeed-Internetzugang ist für die Nutzer nicht nur wegen der VOD-Anwendungen interessant. Die Ausbreitung von Breitband-Technologie und darauf basierenden Anwendungen geht Hand in Hand, die Branchen befruchten sich gegenseitig" , so Spillane.
Neben technischen Schwierigkeiten sind allerdings noch weitere Hürden zu überwinden, bevor VOD so richtig in Gang kommen kann: Frost & Sullivan nennt unter anderem die nach wie vor bestehenden Unklarheiten in Bezug auf die "letzte Meile" zwischen Telefonnetz/Internet und Abonnenten sowie die Diskussionen um die Umsatzverteilung zwischen Netzbetreibern und Inhaltsanbietern. Verschiedene Telekommunikationsunternehmen konzentrieren sich derzeit laut Studie noch darauf, ihre finanzielle Stabilität wiederzuerlangen, bevor sie ihre Produktpalette um neue Dienste erweitern.
Allerdings befänden sich bei vielen geplanten VOD-Diensten Produkttests und finanzielle Verhandlungen bereits im Endstadium. Laut Frost & Sullivan gibt es in jedem europäischen Land mindestens ein Telekom-Unternehmen oder einen Kabelbetreiber mit konkreten Plänen für eine Markteinführung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Im Jahr 2002 soll VOD in Spanien, Holland und Portugal auf den Markt kommen, 2003 in Deutschland und Skandinavien und 2004 in Frankreich und Belgien. Als zukünftige Akteure in der VOD-Arena nennt die Studie die Telekommunikationsunternehmen Telefonica, KPN, Deutsche Telekom, Telia und Telenor, im Kabelbereich NTL, UPC, Callahan und Telewest.
Der zunehmende Wettbewerbsdruck im TV-Markt wird die TV-Gesellschaften laut Studie dazu zwingen, ihre Programmstrategien zu überdenken. Mit VOD trete hier ein ernst zu nehmender Konkurrent auf den Plan, der die Popularität von interaktivem digitalem Fernsehen und fortgeschrittenen Kabeldiensten noch steigere. Gleichzeitig eröffne sich den Anbietern durch die Wahlfreiheit, welche die Abonnenten haben, zunehmend die Möglichkeit zu individuellen Zusatzangeboten und nutzerbezogener Werbung. Bei den Dienste-Anbietern in diesem Markt zeichne sich derzeit ein grundlegender Wandel ab; Gründe dafür sind laut Frost & Sullivan die Konsolidierung in der Kabelbranche und die voranschreitende Deregulierung und Liberalisierung des Telekom-Marktes. Diese Veränderungen werden die Entwicklung und den Erfolg von VOD-Diensten nachhaltig beeinflussen, schließt die Studie.
Die Studie "The European Video On Demand Market (Report B002)" ist über Frost & Sullivan zum Preis von 5.000,- Euro zu beziehen.
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