Wau Holland verstorben
"Patrouillendienste am Rande der Unendlichkeit" möchte der CCC leisten und die Öffentlichkeit auf die Problematik des Datenschutzes aufmerksam machen. In der ersten Ausgabe der CCC-Publikation "Datenschleuder" aus dem Jahr 1984, deren Mitbegründer Wau war, stand unter der Überschrift Faszination Chaos - Die Hacker: "Computer sind Spiel-, Werk- und Denk-Zeug" ; vor allem aber: "das wichtigste neue Medium" . "Wir stinken an gegen die Angst und Verdummungspolitik in Bezug auf Computer sowie die Zensurmaßnahmen von internationalen Konzernen, Postmonopolen und Regierungen" , so das weiterhin gültige Motto des CCC.
Berühmt wurde der CCC neben Fernseh- und Radioauftritten, die dem damaligen Spukwort des Hackers in Form von Wau prototypische Gestalt verliehen, auch durch den so genannten Sparkassen-Hack, bei dem der Hamburger Computerklub über das unsichere BTX-(Bildschirmtext-)System die Hamburger Sparkasse (Haspa) um 135.000 DM erleichterte.
Die ersten Hacker handelten nach den Grundsätzen einer Hacker-Ethik, die von US-Autor Steven Levy in Buchform ("Hackers") ungefähr so formuliert wurde: "Der Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, sollte unbegrenzt und vollständig sein. Alle Informationen müssen frei sein. Misstraue Autoritäten - fördere Dezentralisierung. Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Rasse, Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung. Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen. Computer können dein Leben zum Besseren verändern."
Wau Holland wurde nur 49 Jahre alt. Ein virtuelles Kondolenzbuch wurde unter www.digitalis.org/wau(öffnet im neuen Fenster) aufgeschlagen.