Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Telekommunikationsbranche: Angst vor Preiserhöhungen geht um

Anbieter zögern noch mit Preisanpassungen. Die Telefonpreise steigen – bislang erst zögerlich. Denn die Angst ist groß, Kunden an den Wettbewerb zu verlieren. Die Preise sind mit weitem Abstand das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Telefongesellschaft. Schon heute befürchtet jede dritte Fach- und Führungskraft der Telekommunikationsbranche, dass die eigenen Preise nicht wettbewerbsfähig sind. Das ermittelte die Mummert und Partner Unternehmensberatung im Rahmen des TELCO-Trends im Mai, einer Umfrage unter 122 Branchenexperten.
/ Andreas Donath
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Zeit des gegenseitigen Unterbietens in der Telekommunikationsbranche scheint zu Ende zu gehen. Nachdem einige große Anbieter wie Teldafax oder Callino im ersten Halbjahr 2001 vom Markt verschwunden sind, haben einige Gesellschaften ihre Preise für Telefonate im Festnetz offenbar erhöht. Das Statistische Bundesamt ermittelte erstmals wieder höhere Preise für Telefonverbindungen: Im Juni zog der Teilindex für Ferngespräche, der seit Dezember letzten Jahres bei 97,9 Punkten verharrt hatte, erstmals wieder an und kletterte auf 98,1 Punkte.

Die Telefongesellschaften operieren damit an ihrer Achillesferse: 34 Prozent der Befragten fürchten, dass sie im Festnetz wegen ihrer Preise Kunden an den Wettbewerb verlieren. Im Mobilfunk sind es bislang erst 17 Prozent, aber bis zum Herbst sollen Prepaid-Karten teurer und Handy-Subventionen gestrichen werden. Jede vierte Fach- und Führungskraft der Branche hält die eigenen Internettarife nicht für wettbewerbsfähig. Der Wettbewerbsdruck durch steigende Preise wird hier zu einem deutlichen Anstieg der Kundenfluktuation führen.

Der Preis zählt – der Service als zweitwichtigstes Kriterium liegt weit abgeschlagen hinter den deutlich überragenden Telefontarifen. Im Festnetz sieht gerade jeder neunte Befragte im Service eine Angriffsfläche für den Wettbewerb, im Mobilfunk und beim Internet ist es gerade mal die Hälfte.


Relevante Themen