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Studie: Online-Shopping im Aufwind

Wachstum der Bruttogewinne bis 2006 im europäischen Einzelhandel. Der Online-Einzelhandel soll bis zum Jahr 2006 auf ein Volumen von 152 Milliarden Euro anwachsen. Mit dieser erfreulichen Meldung wartet das Marktforschungsunternehmen Forrester auf. Man erwartet ein Wachstum der potenziellen Bruttogewinne von 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 35 Milliarden Euro in 2006. Daraus ergibt sich ein kumulierter Bruttogewinn bis 2006 von insgesamt 103 Milliarden Euro.
/ Andreas Donath
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Um im Wettbewerb zu bestehen, sollten Einzelhändler sich auf zukunftsträchtige Produktkategorien und Länder konzentrieren. Dies geht aus der aktuellen Studie von Forrester Research "Europe's Online Retail Profits" hervor.

Einzelhändler in Europa befürchten, dass Medienberichte über Konkurse von Dot-Com-Firmen die Nachfrage nach Online-Shopping reduzieren, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Im zweiten Halbjahr 2000, als Internetfirmen zusammenbrachen, wuchs der Anteil der Europäer mit Internetzugang um 20 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr waren in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 32 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren online. Je länger Verbraucher online sind, desto mehr kaufen sie auch: Internetkäufer mit mehr als zwei Jahren Online-Kauferfahrung geben im Durchschnitt 31 Prozent mehr Geld pro Kauf aus als Online-Kunden, die erst seit weniger als einem Jahr Käufe im Internet tätigen. Dieser Aufwärtstrend gilt für alle europäischen Länder.

"Wenn Verbraucher Käufe in mehr und mehr Produktkategorien tätigen, gleicht sich darüber hinaus das Online-Ausgabeverhalten dem Ausgabeverhalten im normalen Einzelhandel immer mehr an. Neben der Sortimenterweiterung landen durchaus höherpreisige Produkte als Bücher und Musikartikel im Warenkorb", stellte Julia Woodham-Smith fest. Würde nur ein geringer Anteil des Umsatzes in den größten Einzelhandelskategorien in Europa – Lebensmittel, Bekleidung, Freizeit, Reisen und Neuwagen – auf das Internet verlagert werden, so würden die Online-Ausgaben pro Kunde enorm steigen. Beispielsweise wird der Anteil von 5,8 Prozent an Lebensmitteln, die 2006 online verkauft werden, mehr ausmachen als der gesamte europäische Markt für Bücher, online und offline.

Ein Vergleich der europäischen Länder zeigt, dass das Nord-Süd-Gefälle auch weiterhin erhalten bleibt. Während der Onlineumsatz in der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Skandinavien im Jahr 2006 mehr als 8 Prozent des Einzelhandelsumsatzes im jeweiligen Land ausmacht, liegt der über das Internet erzielte Umsatz in Österreich, Frankreich, Irland, Finnland und den Beneluxländern nur zwischen 4 und 8 Prozent. Verbraucher im Süden Europas zeigen sich zurückhaltender im Online-Shopping, so dass jeweils weniger als 4 Prozent der Einzelhandelsumsätze im Jahr 2006 in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland online erzielt werden.

Zur Beantwortung der Frage, welche Produktkategorien für den Online-Einzelhandel profitabel sind, hat Forrester eine Segmentierung nach potenziellem Bruttogewinn und der Wettbewerbssituation vorgenommen. Es zeigt sich, dass in Kategorien mit hohem Bruttogewinn und geringem Angebot, wie dem Bereich Gesundheit und Kosmetik, noch nicht ausgeschöpfte Chancen in Europa liegen.

Pleiten bei reinen Onlinefirmen im Bereich Gesundheit und Kosmetik haben eine Angebotslücke für traditionelle Händler geschaffen, die sich über das Internet bis 2006 einen kumulierten Bruttogewinn von 3 Milliarden Euro sichern können. Produktkategorien mit niedrigem Bruttogewinn und großem Angebot, wie z. B. Musik und Bücher, zeichnen sich durch hohen Wettbewerb aus, und eine weitere Konsolidierung wird bestimmend sein. Schließlich rechtfertigen Kategorien wie Schmuck im Segment mit niedrigem Bruttogewinn und geringem Angebot keine speziell darauf ausgerichteten Online-Läden. Der Mangel an Wettbewerbern macht diese Kategorien jedoch zu Expansionsbereichen ersten Ranges für Einzelhändler.

Für die Studie wurden 50 europäische Einzelhändler über ihre Online-Verkaufserfahrungen im Jahr 2000 und ihre Prognosen für 2001 befragt. 20 von ihnen sind reine Onlinehändler, die übrigen 30 sind Einzelhändler mit mehreren Vertriebskanälen. Der durchschnittliche Befragte führt den Onlineverkauf in 2,5 europäischen Ländern durch. Zudem fließen Umsatzzahlen aus über 170 Gesprächen mit Führungskräften aus dem Online-Einzelhandel und öffentlich publizierte Ergebnisse von mehr als 250 Einzelhändlern in die Studie ein.


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