Palm setzt auf Prozessoren mit ARM-Kern
Die vier Chip-Hersteller treten damit dem so genannten "Palm OS Ready"-Programm bei, womit Palm möglichst schnell mobile Geräte mit PalmOS auf Basis von Prozessoren mit ARM-Kern auf den Markt bringen will. So werden Motorola und Intel Referenz-Designs erstellen, während Texas Instruments eine auf PalmOS optimierte drahtlose DSP-Plattform entwickeln will.
Demnach wird das bisher auf eine Prozessormarke begrenzte PalmOS in naher Zukunft die wichtigsten aktuellen PDA-Prozessoren unterstützen. Aus dem Intel-Sortiment ist das der StrongARM-Prozessor und die für dieses Jahr geplante XScale-CPU. Wie die Intel-Chips besitzt auch der seit Juni erhältliche Motorola-Prozessor MX1 einen ARM-Kern, der Taktraten von bis zu 200 MHz ermöglichen soll. Bei Texas Instruments kommt hingegen die OMAP-Plattform mit DSP-Prozessor zum Einsatz. ARM wird eng mit Palm zusammenarbeiten, um das PalmOS auf die neue ARM-Architektur zu übertragen und eine ARM-Entwicklungsumgebung für das PalmOS zu entwickeln.
Palm erhofft sich durch die Unterstützung mehrerer Hardware-Plattformen eine breitere Produktpalette von PalmOS-Geräten auf dem Markt, was wiederum die Zahl der derzeit 160.000 Entwickler in der Palm-Gemeinde erhöhen soll. Zudem peilt Palm an, dass sich damit auch die Anzahl der erhältlichen PalmOS-Geräte erhöht und Kunden eine breitere Hardware-Auswahl bekommen. Wann mit ersten Geräten zu rechnen ist, verriet Palm noch nicht.
Mobilprozessoren sind vor allem auf einen niedrigen Stromverbrauch hin optimiert, damit Batterien oder Akkus in den PDAs möglichst lange halten. Mit dem Wechsel von der Dragonball-Familie mit 68000er-Kern zu Prozessoren mit ARM-Kern stellt sich die Frage, ob künftige PalmOS-Geräte auch weiterhin diesen extrem niedrigen Stromverbrauch besitzen werden. Zwar bietet der Dragonball-Prozessor nicht genügend Leistung, um Videos oder MP3-Dateien abzuspielen, besticht aber durch seinen niedrigen Stromverbrauch. Im Vergleich dazu ziehen aktuelle PocketPCs mit StrongARM-Prozessoren deutlich mehr Saft aus den mobilen Stromzellen als PalmOS-PDAs, können aber dafür auch MP3-Dateien wiedergeben.
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