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598 Millionen Euro Verlust bei Infineon

Infineon sieht keine Anzeichen für eine Erholung. Die Infineon Technologies AG hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001 (30. Juni 2001) einen Umsatz von 1,28 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht einem Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und von 23 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Quartal dieses Geschäftsjahres.
/ Jens Ihlenfeld
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Die rückläufige Nachfrage, die niedrigeren Produktpreise und die Stornierung von Aufträgen hätten die Bereiche drahtgebundene und drahtlose Kommunikation, Sicherheits- und Chipkarten-ICs sowie Speicherprodukte gegenüber dem vorausgegangenen Quartal negativ beeinflusst. Dagegen zeige der Infineon-Geschäftsbereich Automobil- & Industrieelektronik weiterhin eine gute Performance, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) wies Infineon einen Verlust von 598 Millionen Euro aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erzielte Infineon noch einen Gewinn von 366 Millionen Euro und im vorausgegangenen Quartal dieses Geschäftsjahres ein Plus von 10 Millionen Euro.

Die Ursachen für diesen Verlust liegen im starken Preisverfall, insbesondere bei den Speicherprodukten, und den Kosten für derzeit ungenutzte Kapazitäten in den meisten Segmenten. Dieser Verlust umfasst Aufwendungen von 209 Millionen Euro für die Abschreibungen von Lagerbeständen in allen Segmenten – außer im Bereich Automobil- und Industrieelektronik – von 30 Millionen Euro für Akquisitionen und von 21 Millionen Euro für ein Forschungs- und Entwicklungs-Joint-Venture. Das EBIT ohne die genannten Abschreibungen und Aufwendungen belief sich auf 338 Millionen Euro.

Der Nettoverlust lag im abgelaufenen Quartal bei 371 Millionen Euro und damit um 637 Millionen Euro unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahresquartals und um 394 Millionen Euro unter dem vorangegangenen Quartal. Der Verlust pro Aktie betrug im dritten Quartal 0,59 Euro im Vergleich zum Gewinn pro Aktie von 0,43 Euro im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres und zum Gewinn pro Aktie von 0,04 Euro im zweiten Quartal dieses Geschäftsjahres.

Besonders schlecht sah es im Geschäftsbereich Speicherprodukte aus. Der Umsatz lag hier im dritten Quartal bei 332 Millionen Euro und damit um 62 Prozent unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums und um 36 Prozent unter dem Wert des vorausgegangenen Quartals. Diese Entwicklung spiegelt die weitere Abschwächung des Marktes für Speicherprodukte und den weiteren 30-prozentigen Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise. Der Bereich wies einen Verlust von 340 Millionen Euro aus.

Auch im Bereich drahtlose Kommunikation ging der Umsatz deutlich zurück, um 41 Prozent gegenüber dem dritten Quartal des letzten Geschäftsjahres. Die Entwicklung sei im Wesentlichen auf eine weitere Verschlechterung im Mobiltelefonmarkt mit Auftragsstornierungen und -verzögerungen von bedeutenden Kunden sowie steigende Lagerbestände bei Kunden zurückzuführen, so Infineon.

Die Einschätzung der Marktentwicklung für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2001 bleibe schwierig; es gebe keine eindeutigen Anzeichen für eine Markterholung in den kommenden Monaten. Aufgrund der aktuellen negativen Marktbedingungen erwartet Infineon einen Nettoverlust für das vierte Quartal sowie einen Verlust für das gesamte Geschäftsjahr 2001.

Die Marktbedingungen für Speicherprodukte bleiben nach Ansicht von Infineon schwierig. Die schwache Nachfrage, insbesondere im PC-Markt, habe zu wesentlich höheren Lagerbeständen bei den Speicherherstellern geführt. Obwohl sich die Lagerbestände zum Ende des Quartals stabilisiert haben, erwartet Infineon weiterhin ein niedriges Preisniveau für Speicherprodukte im nächsten Quartal.

Auch der Mobilfunkmarkt habe sich während des dritten Quartals des Geschäftjahres 2001 weiter verschlechtert. Obwohl Infineon im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft eine Reduzierung der hohen Lagerbestände erwartet, sieht das Unternehmen derzeit keine eindeutigen Anzeichen für eine Nachfrageerholung bei Mobiltelefonen.


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