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Fernmedizin: Implantierte Sensoren und Sender mit Telematik

Vom Airbag ins Endoskop. Erfindungen, die ursprünglich aus der Automobilindustrie stammen, sollen demnächst Patienten das Leben erleichtern. Eingepflanzte Sensoren und Sender sollen bald Blut-, Hirn- und Augeninnendruck ständig ermitteln und die Werte an den Arzt per Funk übermitteln.
/ Andreas Donath
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Was in Autos und Computern schon längst Standard ist, soll nun den Patienten das Leben erleichtern: Physikalische Sensoren, die Druck, Beschleunigung oder Temperatur messen können, werden immer kleiner. In Autos dienen sie z. B. der Steuerung eines Airbags. Die Medizin interessierte sich schon früh für diese Miniaturisierung, beschränkte sich jedoch hauptsächlich auf die Entwicklung neuer Instrumente wie Katheter und Endoskope. Deren Funktionsmöglichkeiten ließen sich so erheblich erweitern, teilte die berufsgenossenschaftliche Universitätsklinik Bergmannsheil und der von ihr gegründete Arbeitskreis Klinische Mikrosystemtechnik AKM mit

In den Körper implantiert und per Telemetrie mit der Außenwelt verbunden, sollen Sensoren zukünftig die stete medizinische Überwachung verschiedenster Vorgänge im Körper ermöglichen. So entwickelten die Partner des Arbeitskreises Klinische Mikrosystemtechik an der Chirurgischen Universitätsklinik Bergmannsheil z. B. ein System zur kontinuierlichen Blutdruckmessung. Ein winziger Drucksensor und eine Telemetrie-Einheit werden dabei in so genannten biokompatiblen Materialien verpackt und in den Körper implantiert. Die Daten des Sensors im Blutgefäß sendet die Telemetrie-Einheit an den Arzt, so dass der den Blutdruck des Patienten lückenlos aus der Ferne überwachen kann. Diese Art der Druckmessung bietet sich auch für andere Bereiche an, z. B. für die linke Herzkammer, eine minimalinvase Hirndruckmessung nach Schädelhirntrauma oder Hirnblutung oder die Augeninnendruckmessung beim Glaukom.

Auch die drahtlose Übertragung von Beschleunigungswerten eröffnet nach Angaben des Arbeitskreises neue Perspektiven. Sensoren messen dann z. B. Mikrobewegungen in Spalten von Knochenbrüchen, durch die sich der Heilungsprozess wesentlich verkürzen kann. Mit Hilfe von implantierten Beschleunigungssensoren können Mediziner etwa auch frühzeitig erkennen, ob sich eine Hüftprothese lockert. Neben der kontinuierlichen Datenerfassung könnten so auch Infektionen und wiederholte Kalibrierungen, sowie fehlerhafte Blutdruckmessung durch Luftblasen im System vermieden werden.


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