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Studie: Bluetooth-Akzeptanz in Europa am höchsten

Warnung vor zu großem Marketinghype. Nach verzögerter Markteinführung sollen Bluetooth-fähige Geräte bald überall anzutreffen sein. Derzeit wird der weltweite Umsatz mit Produkten, die Bluetooth-Technologie enthalten, auf knapp zwei Milliarden US-Dollar beziffert. Im Jahr 2006 soll der Gesamtwert der Bluetooth-fähigen Produkte 333 Milliarden US-Dollar betragen. Laut einer neuen Anwenderstudie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wird der Absatzschwerpunkt zunächst in Europa liegen.
/ Andreas Donath
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Ungeachtet der prinzipiellen Bereitschaft zum Einsatz der Technologie herrscht bei den Anwendern noch große Unsicherheit und Zurückhaltung. Von den über 120 für den IT-Einkauf verantwortlichen Managern in den USA, Europa und Asien, die für die Studie befragt wurden, hatten sich erst drei für einen Test von Bluetooth-Produkten entschieden. Alle drei kamen aus Europa.

Auffällig ist, dass die meisten Anwender unter Bluetooth ein Wireless LAN verstehen. Obwohl das nicht ganz falsch ist, gibt es doch auch Unterschiede. Daher muss die Information über Möglichkeiten und Grenzen der Technologie verbessert werden, damit keine falschen Erwartungen entstehen. Die Wahrnehmung von Bluetooth als Wireless LAN führt dazu, dass Unternehmen, die schon ein Wireless LAN installiert haben, weniger bereit sind, in Bluetooth zu investieren. Sie bewerten auch das Problem möglicher Interferenz viel höher als Unternehmen, die noch kein WLAN haben.

Die Interferenz gehört neben Mängeln bei Interoperabilität, Robustheit und Sicherheit zu den Problemen, die noch gelöst werden müssen. Erst dann kann die Technologie, deren Entwicklung nun schon sechs Jahre läuft, wirklich erfolgreich sein. Während die Sicherheitsproblematik große Aufmerksamkeit erhält, wird das Problem der Interoperabilität nach Janten Sythoff, Wireless Programme Manager bei Frost & Sullivan, von den Befragten deutlich unterschätzt.

Mit der allgemeinen Übernahme des Standards 1.1 ist ein großes Hindernis für die Verbreitung der Produkte beseitigt worden. Inzwischen wurden über hundert Produkte für diese Spezifikation ausgelegt. Nun müssen die Anwender entscheiden, ob und für welche Anwendungen sich Bluetooth durchsetzt.

Wie bei allen neuen Technologien ist die Markteinführung eine besonders schwierige Phase. Technische Probleme bei UMTS und enttäuschte Erwartungen bei WAP haben die Branche vorsichtig werden lassen. Auch Bluetooth droht die Gefahr, übervermarktet zu werden. Die Technologie sollte deshalb ganz gezielt für bestimmte Anwendungen verkauft und nicht mit großem allgemeinem Werberummel gestartet werden. Die meisten Bluetooth-Anwendungen ersetzen vorhandene Lösungen und bringen den Anwendern dadurch mehr Flexibilität und Bequemlichkeit. Wenn sich Bluetooth durchsetzt, kann das eine Revolution auslösen – doch das wird einige Jahre dauern.

Der Titel der Studie lautet "End-User Perception of Bluetooth". Sie ist zu einem Preis von 6.500 Euro bei Frost und Sullivan erhältlich.


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