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Supply Chain: Neue Impulse durch Lösungen auf Internetbasis

Studie zum Europamarkt für Supply-Chain-Management-Software. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost und Sullivan sollen die Umsätze im Europamarkt für Supply-Chain-Management-Software im Zeitraum von 2000 bis 2007 von 485 Millionen US-Dollar auf 2,78 Milliarden US-Dollar ansteigen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate soll in den nächsten Jahren bei über 28 Prozent liegen. Der wichtigste Wachstumsschub kommt von Lösungen auf Internetbasis. Der Titel der Studie: The European Supply Chain Management Market.
/ Andreas Donath
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Unter Supply Chain versteht man alle Aktivitäten, die erforderlich sind, um ein Produkt zu produzieren und zu liefern. Dies umfasst die gesamte 'Geschichte' eines Produktes, von den Lieferanten der Lieferanten bis zu den Kunden des Kunden und enthält die Prozesse Planung, Beschaffung, Herstellung und Lieferung. Konzepte wie die Just-in-Time-Produktion und die Notwendigkeit zur schnellen Erfüllung von Kundenwünschen machen die Kontrolle und Planung der Supply Chain notwendig, um erfolgreich am globalen Markt bestehen zu können. Entsprechende Softwarelösungen versprechen hier Hilfe.

Zu den tiefgreifenden Veränderungen, die das E-Business für interne und externe Geschäftsvorgänge mit sich bringt, zählt auch der Wandel des Supply Chain Management (SCM). Das schnelle Wachstum des E-Commerce verkürzt die Lieferzeiten und zwingt so zur Optimierung des SCM. Daher ist es sinnvoll, SCM-Produkte auf Internetbasis neu zu konzipieren: Mit Hilfe des Internets lassen sich SCM-Operationen kostengünstig und praktisch in Echtzeit durchführen, so dass wirklich kundenzentriert bzw. nachfrageorientiert gearbeitet werden kann. Nach Guy Chaigneau, Research Analyst bei Frost und Sullivan, ist SCM für viele global operierende Internetunternehmen zur entscheidenden Back-End-Anwendung innerhalb der E-Commerce-Gesamtstrategie geworden.

Die Analyse erfasst Software für das gesamte Spektrum vom Supply Chain Planning (SCP) bis hin zur Supply Chain Execution (SCE). SCP-Anwendungen nutzen fortgeschrittene Algorithmen zur Optimierung der Auftragsabwicklung und zur Planung von Material-, Waren- und Finanzströmen. Die aus der Planungssoftware gewonnenen Daten werden in der Supply Chain Execution genutzt, um die Prozesse zu steuern. Typische Anwendungsbereiche sind das Bestellwesen, Lagerkontrolle oder Logistik. Die SCE-Programme erfassen den physischen Zustand eines Produktes, steuern den Materialfluss und stellen Finanzinformationen zur Verfügung. Umsatzmäßig wird der SCE-Sektor im Jahr 2007 fast mit dem etwas stärkeren SCP-Markt gleichziehen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass sich die Unterschiede zwischen SCP und SCE, die vor allem den Planungshorizont und die Entscheidungszeiträume der Anwender betreffen, beim internetgestützten SCM zusehends verlieren.

Etwas gebremst wird das Wachstum des Gesamtmarkts durch das Fehlen von B2B-Standards. Viele große Anwender zögern deshalb mit der Implementierung internetgestützter SCM-Systeme. Zwar gibt es Bestrebungen, aus XML-basierten B2B-Protokollen für verschiedene Branchen ein Set von Richtlinien zur SCM-Zusammenarbeit zu entwickeln und damit allgemeingültige Standards hervorzubringen, doch zweifeln die Anwender am Erfolg dieser Maßnahme. Bevor es keine einheitlichen Datenformatierungsprozeduren gibt, werden sich Unternehmen also weiter auf ihre vorhandenen Kommunikationstechnologien verlassen.

Die Anbieter sind nach Angaben der Studienautoren zahlreich, dynamisch und sehr wettbewerbsfähig. Während sie weiter um die Vorherrschaft kämpfen, verändert sich die SCM-Landschaft durch neue Herausforderer wie die ERP-, CRM- und B2B-E-Commerce-Anbieter. Gleichzeitig gleichen sich die Marktführer in ihrem Bestreben, B2B-Komplettlösungen zu liefern, inhaltlich immer mehr an und werden sich in Zukunft wesentlich stärker durch ihren Erfolg differenzieren.

Der Konsolidierungsprozess wird laut Studie in allen Bereichen des SCM andauern. Dabei ist anzunehmen, dass sich führende Unternehmen wie i2, Manugistics, EXE technologies oder International Business Systems (IBS) durchsetzen und Konkurrenten wie SAP, JD Edwards und andere ERP-Anbieter hinter sich lassen werden. Einige ERP-Anbieter mit erfolgreichen Produkten werden allerdings von ihrer schon jetzt großen Kundenbasis profitieren.


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