Spieletest: Red Faction - 3D-Shooter für Randalierer
Volitions neue GeoMod-Engine erlaubt es dem Spieler, durch die Wand zu gehen. Mit Red Faction hat THQ einen 3D-Shooter für PlayStation 2 und PC im Angebot, bei dem der Spieler die Rolle des Minenarbeiters Parker übernimmt, der auf dem Mars gegen seinen unterdrückungsfreudigen Arbeitgeber kämpft. Das Besondere am Spiel ist jedoch nicht die Hintergrundgeschichte, sondern die eingesetzte 3D-Engine, die es zumindest teilweise erlaubt, die 3D-Welt in ihre Einzelteile zu zerlegen.
Das bedeutet, dass man im Gegensatz zu anderen 3D-Shootern - entsprechende Bewaffnung vorausgesetzt - an vielen Stellen Löcher in Wände, Fußböden, Decken und Türen sprengen kann. Nur mit Sprengstoff, Raketenwerfer oder Bergwerksfahrzeug gelangt man mitunter in Bereiche, die durch blockierte Türen unzugänglich sind. Dabei sehen die gesprengten Lücken relativ natürlich aus, wirken also nicht wie vorher "ausgestanzt".
Wer sich nicht nur mit der persönlichen Zerstörung des Mars beschäftigen will, muss sich in 20 Leveln seinen Weg zum Widerstand durchschlagen, diesen in seinem Kampf gegen die Ultor Corporation unterstützen, herausfinden, warum Minenarbeiter an einer rätselhaften Seuche sterben und weitere Geheimnisse aufdecken. Da einem die Ultor-Sicherheitskräfte nicht gerade freundlich gesonnen sind, muss man mal mit Waffengewalt und mal mit Tricks vorgehen. Eine Mission erfordert beispielsweise das unentdeckte Infiltrieren eines Ultor-Bürokomplexes, anschließend muss man sich als Begleitschutz betätigen.
Insgesamt stehen Parker 15 verschiedene Waffen - vom Betäubungsschlagstock über die Railgun bis hin zum Sprengstoff - zur Verfügung. Jede Waffe hat zudem einen zweiten Modus. Da die Level unter dem Mars recht weitläufig sind und Parker einen weiten Weg zurücklegen muss, kann er fünf verschiedene mehr oder weniger stark bewaffnete Fahrzeuge kapern. So gibt es neben dem bereits erwähnten Bergwerksfahrzeug, mit dem man sich seine eigenen Tunnel graben kann, auch ein U-Boot und einen Gleiter.
Die Unterschiede der Red-Faction-Versionen für PlayStation 2 (bereits erhältlich), Windows-PCs (Anfang Oktober) und Macintosh (Erscheinungstermin unbekannt) liegen in der Grafikqualität, den Zusatzfeatures und dem Mehrspielermodus: So sollen die noch nicht erhältlichen PC- und Mac-Versionen eine etwas detailliertere und hochauflösendere Grafik haben und darüber hinaus einen Editor zum Erschaffen eigener Level und einen Netzwerkmodus mit bis zu 32 Spielern bieten. Auf der PS2 bietet Red Faction lediglich einen Split-Screen-Modus für zwei Spieler, der jedoch auch etwas für sich hat.
Fazit: Red Faction kann sowohl auf Grund der sich im Spielverlauf entwickelnden Geschichte als auch auf Grund der 3D-Grafik überzeugen. Insbesondere die Möglichkeit, Türen links liegen zu lassen und einfach ein Loch in die Wand zu blasen, wünscht man sich schnell bei anderen Spielen. Nicht alles an Red Faction ist jedoch Spaß: Mitunter sorgen übermächtige Gegner für viel Frust, an denen man sich mit wenig Munition und Lebensenergie stundenlang die Zähne ausbeißt.