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Diablo II - Lord of Destruction : Show-Down des Rollenspiels

Umfangreiches Add-On von Blizzard. Trotz all der berechtigten Kritik, die an Blizzards Rollenspiel-Epos Diablo II geübt wurde, fesselte wohl kaum ein Programm im letzten Jahr so viele Spieler so lange an ihren PC wie die Schlacht gegen den Höllenfürsten. Jetzt ist das seit einiger Zeit angekündigte Add-On Lord of Destruction erhältlich.
/ Thorsten Wiesner
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Die offensichtlichste Neuerung sticht bereits zum Programmstart ins Auge: Blizzard hat sich die Schelte an der zuletzt maximal möglichen Auflösung von 640 x 480 Pixel zu Herzen genommen und dem Titel nun zumindest 800 x 600 Bildpunkte spendiert. Der Kampf gegen Baal, den Bruder des zuletzt besiegten Diablo, ist also optisch weitaus ansprechender ausgefallen, wenn auch die Diskrepanz zwischen den einmal mehr begeisternden Render-Sequenzen und der doch etwas überholten Spielgrafik immer noch hoch ist.

Zwei neue Charaktere stehen dem Spieler nun zur Verfügung: Auf der einen Seite darf man nun auch in die Rolle eines Druiden schlüpfen, dessen mächtigste Waffe seine Verwandlungsfähigkeit ist – kommt es zum Kampf, kann er die Gestalt eines wilden Tieres annehmen und wird so zur aggressiven Bestie. Die Attentäterin hingegen ist von vorneherein mit einer Reihe mächtiger Kampfkünste ausgestattet und äußerst geschickt im Waffenumgang.

Auch eine Reihe neuer Monster-Typen wie die stacheligen Baals-Krieger oder die wilden Minotaurus-Dämomen erwarten den mutigen Recken, außerdem gab man sich wirklich Mühe bei der Entwicklung neuer Objekte – Blizzards Ankündigung, mit Tausenden neuen Waffen, Rüstungen und magischen Gegenstände aufzuwarten, darf durchaus ernst genommen werden.

Große Bedeutung kommt in Lord of Destruction den anheuerbaren Begleitern zu, die die Spielfigur nicht nur unterstützen, sondern oft auch gleich die ganze kriegerische Arbeit alleine machen – wer seine Wache oder seinen mitgeführten Barbar kräftig aufrüstet, kann sich eine Menge Ärger vom Hals halten. Entgegen dem Hauptprogramm, das zum Spielen dringend erforderlich ist, sinkt dadurch der Schwierigkeitsgrad allerdings erheblich – gerade mit der mächtigen Mörderin hat man doch oft das Gefühl, den Gegnerscharen mehr als nur leicht überlegen zu sein. Durch den bereits erhältlichen Lord of Destruction v1.08 – Upgrade Patch werden diese Probleme aber zum Teil behoben.

Ein weiterer, durchaus kritikwürdiger Punkt ist die Tatsache, dass man zu Spielbeginn seinen erfolgreichen Diablo-II-Charakter konvertieren muss, so dass sich eine Reihe von Eigenschaften verändern, bestimmte Zaubersprüche etwa weniger mächtig sind – wer in stundenlanger, mühevoller Arbeit sein Alter Ego auf ein bestimmtes Niveau angehoben hat, wird wenig begeistert von dieser Zwangsumwandlung sein. Zudem werden im Handel über 60 DM für Lord of Destruction fällig – ein stolzer Preis für ein Add-On.

Kommentar:
Ein stimmiger fünfter Akt, unzählige neue Gegenstände, verbesserte Grafik sowie die bewährten Online-Optionen – alles Gründe, die Diablo-II-Anhänger wohl trotz des zu hohen Verkaufspreises begeistert zum Add-On greifen lassen werden. Ein würdiger Schlusspunkt eines grandiosen Rollenspieles.


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