Theoretisch 100 Terabit pro Sekunde über Glasfaser möglich
Die theoretische Übertragungsmenge von 100 Terabit pro Sekunde und Glasfaser entspricht etwa der Datenmenge, die für die gleichzeitige Übertragung von beispielsweise etwa 20 Milliarden einseitiger E-Mails erforderlich ist. Die Nachfrage nach neuen Diensten, die einen schnellen Internet-Zugang benötigen, wächst kontinuierlich. Bandbreitenintensive Anwendungen wie Video-on-Demand erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nach dem nun in den Bell Labs berechneten Übertragungsgrenzwert können Glasfasernetze die Nachfrage nach diesen und zukünftigen Diensten erfüllen."Da die Übertragungsnetze im nächsten Jahrzehnt die Kommunikation immer schneller, preiswerter und intelligenter machen müssen, konzentrieren sich die technologischen Umsetzungen noch stärker auf den Bereich der optischen Übertragungstechnik", so Rod Alferness, Senior Vice President der Bell-Labs-Forschungsabteilung für Glasfasernetze.
Im kommerziellen Betrieb eingesetzte optische Systeme übertragen derzeit weniger als 2 Terabit pro Sekunde. Im Laborversuch werden bereits Übertragungsraten von 10 Terabit/S realisiert. Nach wie vor ist es jedoch schwierig, die über eine Glasfaserverbindung übertragbare Datenmenge theoretisch zu berechnen, da das Licht auf Grund der physikalischen Eigenschaften der Faser äußerst komplexen beeinträchtigenden Faktoren unterliegt. So ist beispielsweise die Lichtgeschwindigkeit in der Faser nicht konstant wie im freien Raum. Physiker bezeichnen diese Eigenschaften der Glasfaser als "Nichtlinearität". Diese Nichtlinearitätseffekte sind zum Teil dafür verantwortlich, dass ein über die Glasfaser übertragenes Signal auch Rauschanteile entwickelt und damit die Übertragungsqualität verringert.
Bei der Berechnung des Übertragungsgrenzwertes haben die Bell-Labs-Wissenschaftler die Aufgabe etwas vereinfacht, indem sie sich einer Analogie aus der Quantenphysik bedienten und diese mit bestimmten Konzepten der Informationstechnologie kombinierten. Dazu untersuchten sie ein Telekommunikationssystem, das mit der Wellenmultiplex-Technik (Wavelength-Division-Multiplexing) arbeitet, bei der Lichtwellen unterschiedlicher Frequenzen gleichzeitig über eine Faser übertragen werden. Dann schätzten sie die Datenmenge, die zwischen Sender und Empfänger übertragen werden kann. Sie fanden heraus, dass ein Signal vom Systemrauschen überlagert wird, wenn es mit einer zu geringen Sendeleistung auf den Weg geschickt wird. Andererseits führen Signale mit zu hoher Sendeleistung zu Interferenzen mit anderen Signalen. Auf Basis der Wellenlängen und Parameterwerte, wie sie für Kommunikationsnetze typisch sind, konnten die Wissenschaftler dann ermitteln, dass es theoretisch – und ohne übermäßige Interferenzen oder Rauschanteile – möglich sein müsse, eine Datenmenge von 100 Terabit pro Sekunde zu übertragen.
- Anzeige Hier geht es zur AVM Fritzbox 7590 AX bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



