Produktionsfehler in Palms "faltbarer Tastatur"

Ist schon allein damit ein ordnungsgemäßer Betrieb der Tastatur ausgeschlossen, sorgen weitere Fehler für zusätzlichen Verdruss. So passiert es gelegentlich, dass während des Schreibens aus heiterem Himmel ein HotSync-Vorgang gestartet wird, so dass keine Tasteneingaben mehr möglich sind. Zudem lässt sich der PDA nicht ausschalten, wenn er mit der Tastatur verbunden ist, was wertvollen Akku- oder Batteriestrom kostet. Die Fehler tauchen ohne erkennbares Muster auf und es kommt auch vor, dass man ein Weilchen ohne jegliche Schwierigkeiten tippen kann, was die Suche nach der Fehlerursache erschwert.
Nach Erkenntnissen von Golem.de gibt es diese Probleme ausschließlich mit den faltbaren Tastaturen für die Palm-III-Schnittstelle aus den Produktionsreihen A und B. Von der ebenfalls im Handel befindlichen C-Reihe wurde ein Fehlverhalten bislang nicht gemeldet. Von insgesamt vier fabrikneuen Palm-Tastaturen, die der Redaktion vorlagen, funktionierte nur das Modell aus der C-Serie ohne Probleme. Die Tastaturen aus den Serien A und B wiesen hingegen gleichartige Defekte auf.
Ob es sich dabei tatsächlich um einen Serienfehler in den Produktionsreihen A und B handelt, wie eigene Erfahrungen und Recherchen in Internet-Foren und Newsgroups ergeben haben, ist derzeit ungewiss. Palm hat bislang auf diese Erkenntnisse nicht reagiert, obwohl das Unternehmen bereits vor vier Wochen in allen Einzelheiten informiert wurde.
Der Gerätefehler lässt sich sogar auf einen bestimmten Bereich auf der Tastatur eingrenzen: Anscheinend ist die Ausbuchtung rechts neben der Anschlussleiste für den PDA zu straff gefertigt worden. Denn sobald man die Schrauben der Plastikabdeckung löst und damit dem Innenraum mehr Bewegungsfreiheit verschafft, verringern sich die Tastatur-Probleme schlagartig. Ob Palm in diesem Fall einen Eingriff als Garantieverletzung betrachtet, ist ungewiss.
Immerhin lässt sich so eine defekte Tastatur in eine funktionstüchtige umwandeln, indem man die Abdeckung lockert und im rechten Bereich einen Abstandshalter dazwischen schiebt. Allerdings darf dieser Abstandshalter nicht zu dick sein, sonst lässt sich die Tastatur nicht mehr zusammenklappen. Durch den Klappmechanismus ist es recht schwierig, hier die richtige Dicke zu treffen, weil die Ausbuchtung im zusammengeklappten Zustand immer wieder zusammengepresst wird. In der Praxis ist daher meist eine manuelle Nachjustierung erforderlich und es empfiehlt sich, einen dünnen Papierkeil zu verwenden, wodurch man die Abdeckung nach dem Ausklappen der Tastatur kurz nach oben heben kann. Dieser Workaround konnte nur an einer Palm-Tastatur der Serie A überprüft werden, weil der Redaktion aktuell kein B-Muster vorliegt, vermutlich funktioniert dieses Vorgehen aber bei beiden Serien.
Wie Palm jetzt bei umtauschwilligen Kunden reagiert, ist auf Grund der ausbleibenden Reaktion ungewiss. Da die faltbare Tastatur mit deutschem Layout erst seit dem Jahreswechsel verfügbar ist, greift bei allen Kunden ohnehin noch die von Palm eingeräumte einjährige Garantie. Wie Beiträge von Kunden in Newsgroups belegen, gab es bislang keine Schwierigkeiten, defekte Tastaturen über den Palm-Support auszutauschen. Bei einem Umtausch einer defekten Palm-III-Tastatur sollte man explizit eine Version aus der Serie C anfordern. Neukunden sollten nur eine Tastatur aus der C-Serie kaufen.
Wer eine funktionierende faltbare Tastatur besitzt, kann sich über ein Treiber-Update freuen, das Palm seit kurzem kostenlos zum Download(öffnet im neuen Fenster) anbietet. Die aktuelle Version 1.5 liegt zwar nur in englischer Sprache vor, unterstützt aber auch ein deutsches Layout. Mit dem Treiber lässt sich nun das Verhalten der Tab-Taste verändern: Entweder man belässt es beim bisherigen Verfahren, bei dem ein gewöhnlicher Tabulator gesetzt wird, oder aber man verwendet die Taste zur Auswahl von Listeneinträgen. So kann man etwa im Merkzettel oder im Telefonbuch gezielt Notizen oder Adressen öffnen, ohne zum Stift greifen zu müssen.



