Test: Selbstextrahierende Zip-Archive unter PalmOS
Für das Packen der Daten stehen die drei Kompressionsstufen "schnell", "moderat" und "beste Größe" zur Wahl, die aber in der Praxis keine großen Unterschiede bei der Archivgröße brachten. Gute Ergebnisse erzielt man mit der Einstellung "schnell", was einem zudem kurze Pack- und auch Dekomprimierungszeiten beschert. Außerdem lassen sich Applikationen auch ohne Kompression zu einem Programmpaket zusammenschnüren. Ganz gleich ob die Quelldaten im ROM oder RAM residieren, alle Programme können auch unter Umgehung einer Kopierschutz-Markierung in Archive gepackt werden.
Die fertigen PowerZip-Archive erscheinen dann als normale Applikationen im Programmstarter standardmäßig in der Rubrik "Pakete", können aber beliebig umsortiert werden. Ein Klick auf ein Archiv öffnet ein Programmfenster, in dem man den Entpackvorgang startet. Je nach gewählter Option bei der Kompression wird dann auch gleich die entpackte Applikation ausgeführt.
Beim Zusammenstellen von Archiven ist zu bedenken, dass man zum Entpacken auch den entsprechenden unkomprimierten Speicherplatz des Programms im PDA benötigt. Ein 1 MByte großes Programm belegt zwar im Schnitt nur 0,5 MByte als komprimiertes Archiv, verlangt aber zum Entpacken insgesamt nach 1,5 MByte Speicher. Schon wegen der Wartezeiten (siehe unten stehende Tabelle) beim Auspacken der Archive lohnt es sich kaum, allzu große Programmarchive zu komprimieren, auch wenn man diese nur selten benötigt. Die Packgeschwindigkeit variiert dabei von Gerät zu Gerät, weil in den unterschiedlichen PalmOS-Modellen verschieden schnell getaktete Prozessoren zu Werke gehen:
| Datei: Datebk4 (466 KByte) | Packen | Entpacken |
| Palm V (16 MHz) | 1:52 min | 0:25 min |
| Palm IIIc (20 MHz) | 0:59 min | 0:16 min |
| HandEra 330 (33 MHz) | 0:29 min | 0:12 min |
Das Programm erleichtert auch die Infrarot-Übertragung von Dateien zu einem anderen PalmOS-PDA und übergeht einen eventuell gesetzten Kopierschutz. Die komprimierten Dateien bescheren einem auf Grund der geringeren Speichergröße eine kürzere Übertragungszeit. Da das PalmOS keine Funktion kennt, mehrere Dateien für eine Infrarot-Übertragung auszuwählen, kann man diese bei Bedarf zu einem Archiv zusammenfügen und mit einem Mal übertragen. Durch die Entpackroutine in den fertigen Archiven benötigt der Ziel-PDA auch kein installiertes PowerZip.
Fazit:
Wer auf seinem PalmOS-PDA einige Applikationen oder Datenbanken besitzt, die er nur selten benötgt, kann mit PowerZip wertvollen Speicher freischaufeln, ohne unterwegs auf diese Daten verzichten zu müssen. Die gelegentlichen Abstürze beim Entpacken trübten das Bild von PowerZip jedoch empfindlich: Man tut gut daran, die erstellten Archive auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen, bevor man die Quell-Dateien löscht.