Release Candidate 1 von Windows XP ist da
Seit November letzten Jahres befindet sich das neue Microsoft-Betriebssystem im Beta-Test, an dem laut Microsoft über 500.000 Tester teilgenommen haben. Der Release Candidate 1 wurde nun über 100.000 Testern entweder als Download bereitgestellt oder in Form einer CD-ROM verschickt. Das wird die letzte Vorabversion vor der fertigen Windows XP Version Ende Oktober sein; ein zweiter Release Candidate ist von Microsoft nicht vorgesehen.
Nach einigem Hin und Her in den vergangenen Wochen will Microsoft nach dem aktuellen Stand die umstrittenen Smart Tags nicht in Windows XP und damit auch nicht im Internet Explorer 6 integrieren. Zahlreiche Proteste haben den Software-Giganten anscheinend zum Umlenken bewegt. Durch Smart Tags werden Schlüsselwörter im Browser-Fenster erkannt und markiert. Ein Klick darauf öffnet dann eine Seite mit einem Link zur entsprechenden Homepage und gibt weitere Details zu dem betreffenden Angebot. Es wird kritisiert, dass diese Veränderung von Webseiten das amerikanische Urheberrecht verletze.
Als Neuerung bringt Windows XP eine überarbeitete Oberfläche, die durch ihre Farbgewalt bisherige Windows-Anwender eher abschreckt und an das PDA-Betriebssystem WindowsCE 3.0 erinnert. Zahlreiche Änderungen gab es in der Systemsteuerung, die jetzt aufgabenorientiert arbeiten soll und vollständig anders gruppiert ist. Ferner besitzt das Betriebssystem jetzt einen Chat-Client, der auf den Namen Windows Messenger hört.
Windows XP bietet die Möglichkeit, einem anderen XP-Anwender per Remote Assistance bei Problemen zu helfen. Ein anderer Anwender kann dann über eine Internet-Verbindung den Desktop-Inhalt des um Hilfe suchenden Besitzers einsehen und den Rechner auf Wunsch auch aus der Ferne bedienen.
Aus dem Terminal-Server stammt eine weitere Möglichkeit des Fernzugriffs: Auf PCs mit installiertem Windows XP Professional können Anwender auch von unterwegs per Remote Access zugreifen. Wenn der XP-Rechner in Betrieb ist, lässt sich dieser etwa von einem Laptop aus ansprechen, indem dieser den kompletten Inhalt auf dem Desktop-PC mit allen Dateien und Anwendungen anzeigt.
Ferner enthält Windows XP den Windows Media Player in der Version 8.0, der das Brennen von Audio-CDs beherrscht. Eine Personal Firewall gehört ebenfalls zum Lieferumfang.
Microsoft will die fertigen Desktop-Versionen von Windows XP weltweit am 25. Oktober auf den Markt bringen. Dann wird es zwei Ausbaustufen geben: Eine so genannte Home Edition, die für den Heimanwender gedacht ist und eine besser ausgestattete Professional-Version für den Unternehmenseinsatz. Letztere enthält einige weitere Netzwerkfunktionen und bietet die Möglichkeit, per Remote Access auf einen fernen Rechner zuzugreifen. Im ersten Halbjahr 2002 sollen dann die Server-Versionen von Windows XP folgen.
Microsoft bietet interessierten Anwendern die Möglichkeit, sich am Preview Program(öffnet im neuen Fenster) von Windows XP zu beteiligen und zum Preis von 24,95 DM eine CD mit einer Vorversion des Betriebssystems zu bestellen. Die auf eine Laufzeit von 180 Tagen begrenzte Version soll Mitte Juli versendet werden und ist nur in begrenzter Stückzahl erhältlich, welche Microsoft jedoch nicht beziffert. Ob dies dann der Release Candidate 1 sein wird, kann nur vermutet werden. Als minimale Systemanforderung nennt Microsoft einen Prozessor mit 300 MHz und 64 MByte Arbeitsspeicher. Optimal sei hingegen eine doppelt so gute Hardware-Ausstattung mit 600 MHz Prozessor und 128 MByte RAM.