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c't: Gekaufte Empfehlungen bei Preisvergleichen im Internet

Neutralität durch Provisionszahlungen ausgelöscht. Wer preisbewusst einkaufen, aber nicht mühsam Angebote miteinander vergleichen möchte, der kann Preisvergleicher im Internet nutzen. Aber auf dem bequemen Weg zum Schnäppchen wird der Verbraucher oftmals an der Nase herumgeführt, warnt das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 14/01.
/ Andreas Donath
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Etliche Billigpreisportale bieten dem Surfer als scheinbar kostenlose Dienstleistung den produktbezogenen Preisvergleich unter einer Vielzahl von Online-Händlern an. Doch was dabei herauskommt, ist keineswegs immer das günstigste Angebot. "Die gefundenen 'Tiefstpreise' liegen manchmal viel höher als bei Händlern, die nicht auf der Liste stehen" , hat c't-Redakteur Hans-Peter Schüler im Test herausgefunden.

Ein wesentlicher Grund für die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit liege darin, dass die Preisvergleicher zumeist nicht kostenlos arbeiten, sondern sich von den Anbietern bezahlen lassen - teils durch Buchungsgebühren, teils durch Provisionen, die auf den Kaufpreis draufgeschlagen werden. "Wo in einem redaktionellen Umfeld solche scheinbar neutralen Preisvergleiche angestellt werden, die nicht klar als Werbung gekennzeichnet sind, da muss man sie wohl als Schleichwerbung bezeichnen" , so Schüler.

Obendrein hatte sich manches der Angebote im c't-Test bei genauerem Hinsehen als irreführend erwiesen. Scheinbare Software-Schnäppchen entpuppten sich als Import-Versionen in englischer Sprache oder gar nur als Updates, deren Nutzung den Kunden in eine zweifelhafte Rechtslage brächte. Statt der gesuchten Grafikkarte in besonders hochwertiger Ausführung wurde den c't-Testern hier und da eine Billigvariante angepriesen.

So wird natürlich aus der vollmundig offerierten Dienstleistung ein Bärendienst und dem Kaufinteressenten bleibt am Ende nichts anderes übrig, als selbst genau hinzuschauen. Ohnehin sollte man vor dem Online-Einkauf akribisch die Geschäftsbedingungen studieren, rät c't. Wer Wert auf Serviceleistungen legt, solle vielleicht besser zum Händler vor Ort gehen. Diesem müsse man beim Preisvergleich zugute halten, dass keine Versandkosten anfallen, die bei Online-Bestellungen meist noch extra zu Buche schlagen.

Auch Golem.de bietet unter markt.golem.de einen Preisvergleich für Computerhardware an. Anders als bei den von der c't beschriebenen Anbietern verzichtet Golem.de jedoch auf jegliche Provisionszahlungen oder Buchungsgebühren und zieht auch sonst keine finanziellen Vorteile aus der Listung der jeweiligen Händler. Dennoch kann und soll der Dienst nur eine Einschätzung der aktuellen Marktpreise und der Verfügbarkeit der Produkte geben, ist also weniger als Schnäppchenführer zu verstehen.


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