Usenet-Mitbegründer Jim Ellis verstorben
Der zuletzt als Internet-Sicherheitsberater bei Sun Microsystems tätige Ellis hatte zusammen mit Tom Truscott an der Duke University in North Carolina ein System entwickelt, mit dem man mit vernetzten Rechnern gemeinsam Nachrichten austauschen kann. Das Usenet stellte das erste weltweit in den meisten Ländern verfügbare computerbasierte Community-System dar. Damals populäre DFÜ-Mailboxen waren oft nur von lokalem oder nationalem Interesse, während das Usenet weltweit Anwender miteinander verband.
Zu den weiteren Mitbegründern des Usenets zählt man Steve Bellovin und Steve Daniel. Anfang 1980 bestand das Usenet noch aus zwei miteinander verknüpften Rechnern in der Duke University und der University of North Carolina, doch dies änderte sich im Laufe der Jahre schnell, noch lange bevor das World Wide Web seinen Siegeszug antrat.
Ursprünglich wurden die in Themengebiete abgegrenzten Rubriken noch Bulletin Boards genannt, später setzte sich der Name Newsgroups durch. Ende 1999 gab es rund 37.000 Newsgroups.
Damit ein so freies und unkontrollierbares Forum funktionieren konnte, setzten sich schnell Benimmregeln durch, an die sich jeder halten sollte. Man spricht in diesem Fall von Netiquette. Eine grobe Verletzung stellt beispielsweise Werbung dar, der so genannte Spam. Aufsehen erregte vor allem der Fall "Canter & Siegel": Diese amerikanischen Rechtsanwälte aus Phoenix, Arizona, posteten im Frühjahr 1994 Hinweise über ihre Einwanderungsberatung im Rahmen der Green-Card-Lotterie in 80.000 Newsgroups, was einen Sturm der Entrüstung in der gesamten Netzgemeinde auslöste.
Finanziell lohnte sich für Ellis seine bahnbrechende Erfindung nicht, da sie nicht als kommerzielles Unternehmen angelegt war. Dies war vermutlich auch ein Pfeiler des Erfolgs, denn hätten die Serversoftware und die Protokolle nicht frei zur Verfügung gestanden, wäre auch der Zugang zu den Newsgroups nicht umsonst gewesen.
Zahlreiche Kondolenzbekundungen sind derzeit in verschiedensten Newsgroups zu finden.
Ellis hinterlässt seine Frau Carolyn.
- Anzeige Hier geht es zu den aktuellen Blitzangeboten bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.