VATM sieht noch kein Ende des Ortsnetzmonopols
Bewusst werde übersehen, dass die Deutsche Telekom AG nach wie vor gegen wesentliche Anordnungen klagt, mit denen die Regulierungsbehörde versuchen wollte, die Öffnung des Ortsnetzes durchzusetzen.
Auf Grund der erheblichen Rückstände bei der Auftragsbearbeitung sei es daher nicht nur äußerst fraglich, ob es der Deutschen Telekom AG gelingen würde, ihr Versprechen einzulösen. Die viel wichtigeren Wettbewerbsbehinderungen würden hierdurch nämlich in keiner Weise beseitigt, heißt es vom VATM. So habe die RegTP Line-Sharing, also den gemeinsamen Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung, ebenso wie Reselling, die Möglichkeit für Wettbewerber, Leistungen der Deutschen Telekom AG weiter zu verkaufen, als Schlüssel zum Wettbewerb im Ortsnetz angeordnet.
Genau diese Leistungen verweigere die Deutsche Telekom AG aber nach wie vor den Wettbewerbsunternehmen und rief das Verwaltungsgericht Köln und nun das Oberverwaltungsgericht an. Auf Grund der damit verbundenen Verzögerung bestehe praktisch keine Chance mehr, dass die Deutsche Telekom AG ab 1. September 2001 gemäß der Vorgabe der RegTP Line-Sharing anbieten wird, so VATM. Das sei jedoch gerade die Bedingung der Regulierungsbehörde gewesen, als sie im März im Gegenzug die T-DSL-Preise der Telekom vorläufig akzeptiert hatte.
"Durch die bereits bekannte Taktik der DTAG, mit Hilfe der Gerichte ihren Wettbewerbern den Zugang zu wichtigen Vorleistungen für innovative Dienste-Angebote zu blockieren, haben die privaten Telekommunikationsunternehmen auch in diesem Fall wieder wertvolle Zeit verloren" , bedauert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Diese Zeit habe die DTAG genutzt, um im DSL-Markt mit einem geplanten Marktanteil von 100 Prozent ein neues Monopol zu schaffen, so Grützner.
"Wenn der Regulierer nicht handelt und den T-DSL-Dumpingpreis im Markt belässt, obwohl die Deutsche Telekom AG die für den Wettbewerb wichtigen Anordnungen der RegTP schlicht ignoriert, dann werden damit auch gerade Geschäftspläne für alternative Zugangstechnologien über TV-Breitbandkabel oder WLL ausgehebelt" , befürchtet der VATM-Geschäftsführer.
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