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Studie: Ein Drittel der Kommunen im Netz präsent

Deutliches West-Ost-Gefälle. Das Internet beschäftigt zunehmend auch bundesdeutsche Kommunen. Einige von ihnen sind in ihrer Außendarstellung bereits regelrechte Profis, andere haben lediglich eine eher passive Visitenkarte im Netz installiert, und nicht wenige überlegen noch, was zu tun ist. Wie es um die Präsenz deutscher Kommunen im Internet steht, ist Thema einer Studie, die von Geowissenschaftlern der Universität Trier in Zusammenarbeit mit Econ-Consult durchgeführt wurde.
/ Andreas Donath
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Die Überprüfung aller rund 14.000 deutschen Kommunen bringt ans Licht, dass zurzeit nur ein Drittel bisher im Netz präsent ist. Während größere Kommunen sich bereits im Netz präsentieren, hinken vor allem kleinere Gemeinden – von Ausnahmen abgesehen – der Entwicklung hinterher. Ebenso zeigt sich ein deutliches West-Ost-Gefälle.

Doch nicht nur der bloßen Präsenz im Internet wird eine steigende Bedeutung zugemessen. Im Sinne der lokalen Wirtschaftsförderung wird es – so die Studienautoren – zukünftig auch Aufgabe der Kommunen sein, ortsansässigen Unternehmen einen virtuellen Marktplatz im Rahmen der kommunalen Website zu bieten.

Über die Hälfte der im Netz vertretenen Kommunen verfügen im Rahmen ihres Internetauftrittes über einen virtuellen Marktplatz, viele davon kommen dabei jedoch über ein einfaches Firmenverzeichnis mit oft unzureichenden Informationen für den User nicht hinaus, so die Studie. Die Möglichkeiten des Mediums Internet bleiben hier weitgehend ungenutzt, technische Umsetzung und grafische Gestaltung sind oft ebenso verbesserungsbedürftig wie Benutzerführung und Strukturierung der Inhalte.

Lässt man einmal die Möglichkeit des Online-Einkaufs, dessen Umsetzung für kleinere und mittlere Unternehmen immer noch eine große Hürde darstellt oder auch nur bedingt sinnvoll ist, außer Betracht, so kann zumindest schon die Bereitstellung von Informationen über Angebot und Leistung der örtlichen Unternehmen dazu beitragen, den Verbraucher zu einem Einkauf vor Ort zu bewegen und so Kaufkraftabfluss aus der Kommune zu verhindern, meinen die Studienherausgeber.

Um den Teilnehmern virtueller Marktplätze – zum einen sind dies die Verbraucher, zum anderen die anbietenden Unternehmen – einen möglichst optimalen Nutzen bieten zu können, sollten die Anforderungen der Marktplatzteilnehmer durch Marktforschung vor Ort unbedingt ermittelt werden. Diese darf aber – sofern sie überhaupt durchgeführt wird – nicht nur einmalig vor der Konzeption und Einrichtung eines virtuellen Marktplatzes erfolgen, sondern ist auch in regelmäßigen Abständen während des "Betriebes" durchzuführen.

Wie die Untersuchung weiterhin zeigte, ist vielen ortsansässigen Unternehmen die Existenz des virtuellen Marktplatzes gar nicht bekannt. Auch die Voraussetzungen und Konditionen zu einer Teilnahme an dieser Plattform werden oft zu wenig kommuniziert. Hier seien die kommunalen Verwaltungen, insbesondere der Bereich der Wirtschaftsförderung, gefordert, entsprechend für eine Teilnahme zu werben und so zu einer Etablierung des virtuellen Marktplatzes der Kommune beizutragen.

Grundsätzlich sollte dem Thema zukünftig ein angemessener Stellenwert in der kommunalen Wirtschaftsförderung eingeräumt werden, so der Ratschlag der Studie. Um der Internetentwicklung entsprechend Rechnung zu tragen, gilt es, angepasste Lösungen zu entwickeln, wie Kommunen sich selbst und ortsansässige Unternehmen effizient im Netz präsentieren können. Sowohl bei der Entwicklung dieser Lösungen als auch bei der laufenden Überprüfung sollten die Kommunen die Unterstützung externer Berater, die über entsprechendes Know-how verfügen, in Anspruch nehmen.

Die gesamte Studie ist beim Josef-Eul-Verlag aus Lohmar erhältlich. (ISBN 3-89012-852-1). Eine Zusammenfassung der Ergebnisse steht unter www.econ-consult.de(öffnet im neuen Fenster) als PDF zum Download bereit.


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