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Matrox Millennium G550 - Vertex Shader inklusive (Update)

Starke Konkurrenz für GeForce2 MX 200 und Radeon VE. Nachdem bereits seit Monaten Gerüchte kursieren, hat Matrox Graphics Inc. nun endlich seine lang erwartete Grafikkarte Millennium G550 angekündigt. Der darauf sein Werk verrichtende Grafikchip G550 integriert als zweiter – neben dem wesentlich teureren GeForce3 – einen DirectX-8-kompatiblen Vertex Shader. Matrox positioniert die Karte aber dennoch nicht als Hardware für Spielefans, sondern mehr im Bereich Online-Kommunikation und Web-Entertainment.
/ Christian Klaß
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Mit Hilfe von Vertex Shadern – die Matrix Palette Skinning (MPS) beschleunigen – lassen sich 3D-Objekte direkt in der Grafikkarte verändern, was bandbreiten- und CPU-schonende Spezialeffekte möglich macht: 3D-Charaktere können so beispielsweise durch Gesichtsanimation, Muskelbewegungen und elastische Materialien deutlich lebendiger und Umgebungen dank dynamischer Elemente realistischer gemacht werden.

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Matrox erweiterter und "HeadCasting-Engine" getaufter Vertex Shader umfasst 256 konstante Register, in die 32 Matrizen gleichzeitig geladen werden können, um "Low Overhead" Matrix Palette Skinning zu ermöglichen. Mit seinen 256 konstanten Registern verfügt der G550 laut Matrox über mehr als doppelt so viele konstante Register wie alle anderen angekündigten oder auf dem Markt erhältlichen Hardwareprodukte. Diese Register fungieren als großer Cache für die Animationsdaten und sollen somit sofortige Verfügbarkeit gewährleisten, die für dynamische Veränderungen von 3D-Objekten benötigt wird. Allerdings scheint die HeadCasting-Engine dann wiederum doch nicht so "erweitert" zu sein, da ihr Nutzen auf spezielle HeadCasting-Applikationen beschränkt ist und "normale" DirectX-8-Vertex-Shader-Funktionen nicht zur Verfügung gestellt werden.

Zusätzlich zur HeadCasting-Engine erweitert der Matrox G550 die Matrox G450-Chiptechnologie um das Rendering von zwei "dual-textured"-Pixeln pro Takt. Hohe Farbgenauigkeit und Farbbrillianz soll dabei mit Hilfe der zweiten Generation von Matrox "Vibrant Color Quality"-Rendering-Architektur gewährleistet sein. Der Matrox G550 unterstützt darüber hinaus Single Pass Trilinear und Anisotropic Filtering sowie Environment-Mapped Bump Mapping (EMBM). Der G550 ist übrigens Pin-kompatibel zu seinem Vorgänger-Chip.

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Trotz der neuen Features platziert Matrox seine Millennium G550 – die der Hersteller als Konkurrenz zur GeForce2 MX und Radeon VE sieht – nur am Rande für Spielefans, sondern auf Grund der HeadCasting-Möglichkeiten mehr im Bereich Kommunikation: Matrox der Millennium G550 eine Peer-to-Peer-Echtzeitanwendung namens HeadFone von LIPSinc bei, mit der Online-Kommunikation im wahrsten Sinne des Wortes "ein Gesicht verliehen" wird. Die Technologie von LIPSinc wandelt Sprachdaten in Echtzeit zu 3D-Gesichts- und Lippenverformungen um, die dann mittels Beschleunigung durch die HeadCasting-Engine als wirklichkeitsnahe animierte sprechende Köpfe gerendert werden.

Den eigenen Kopf kann man mittels zwei Bildern selber ins 3D-Format wandeln, denn eine von Digimask ersonnene Technologie erlaubt 3D-Abbilder des eigenen Kopfes anhand von nur zwei Portraitfotos (in Vorder- und Seitenansicht) zu erstellen. Allerdings scheint die Form der digitalisierten Gesichter zumindest auf den Digimask-Beispielbildern nicht ganz mit den Originalen übereinzustimmen, was bei bekannten Gesichtern etwas sonderbar wirkt. Laut Matrox sollen die Sprach- und 3D-Daten selbst auf schmalbandigen Internet-Verbindungen reibungslose Online-Kommunikation möglich machen. Der Karte liegen zwei Lizenzen bei, die auch auf Nicht-G550-Karten laufen, allerdings die 3D-Gesichter in niedrigerer Auflösung wiedergeben.

Eine weitere mitgelieferte Software, der Matrox Virtual Presenter für Microsoft PowerPoint, soll speziell für Matrox HeadCasting und DualHead Display (Zweischirm-Unterstützung) optimiert sein. Mit dieser Applikation können die Anwender PowerPoint-Präsentationen inklusive Sprachausgabe, die synchron zu den entsprechenden PowerPoint-Folien erfolgt, erstellen und weitergeben. Die Sprachausgabe wird dabei entweder über einen fotorealistischen "Talking Head" des Autors oder z.B. über einen Charakter realisiert. Ein Software-DVD-Player rundet das Paket ab.

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Bei der Millennium-G550-DualHead-Karte handelt es sich um eine AGP-4x-Steckkarte mit 32 MB DDR-SDRAM (Speicherbandbreite: 64 Bit). Ein mit 360 MHz getakteter RAMDAC soll flimmerfreie 32-Bit-Auflösungen bis zu 2048 x 1536 Bildpunkte auf dem primären analogen Bildschirm und 1600 x 1200 Bildpunkte auf dem sekundären Monitor. Auf dem Slotblech befinden sich zwei Anschlüsse, ein analoger VGA-Anschluss und ein DVI-Ausgang. Der integrierte DVI-Ausgang kann mit Hilfe mitgelieferter Adapter sowohl in einen zweiten analogen VGA-Anschluss oder für die TV-Ausgabe (Composite oder S-Video) genutzt werden. Die Ausgänge können – wie bei den älteren Matrox-Grafikkarten – einzeln angesprochen werden und bieten dank Matrox-Treibern eine ganze Menge interessanter Möglichkeiten. So können beispielsweise im Browser angeklickte Links automatisch im zweiten Display geöffnet werden.

Die Karte Millennium G550 wird ab Anfang September zu einem Preis von 349,- DM erhältlich sein.


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