Spieletest: Conker's Bad Fur Day - Vulgär-geniale Action
In bester Jump&Run-Manier steuert man Conker nun durch unzählige, grafisch wunderschön anzusehende Level und muss die aus anderen von Rare entwickelten Spielen wie etwa Banjo-Tooie bekannte Kombination aus Action, Puzzle und Geschicklichkeitspassagen bewältigen. Der einzigartige Clou an Conker's Bad Fur Day ist aber weniger das bekannte, nichtsdestotrotz aber geniale Gameplay, sondern der offensive und oft die Grenzen des guten Geschmackes weit nach außen dehnende Humor.
Das beginnt schon beim Intro, in dem Conker debil grinsend und "Stupid Logo!"-schreiend mit einer Kettensäge das Nintendo-Markenzeichen auseinander nimmt. Auch die Tatsache, dass Conker unliebsamen Zeitgenossen bevorzugt eine Bratpfanne über den Schädel zieht, macht die Angelegenheit nicht weniger spaßig – im weiteren Spielverlauf wird dann aber auch mal auf ein effektiveres Maschinengewehr oder gleich auf einen Panzer zurückgegriffen.
Ungewöhnlich ist vor allem auch der Kontrast zwischen knuddeligen und kindlich anmutenden Charakteren und Landschaften und den recht offensiven Aktionen: So muss etwa eine niedlich aussehende Maus so lange mit Käsestückchen gefüttert werden, bis sie auf Grund ihrer Verfressenheit zu gigantischen Blähungen ansetzt und infolgedessen explodiert – blutige und herumfliegende Körperteile inbegriffen.
Ein wenig offen für vulgären Humor muss man also schon sein, wenn sich etwa übergewichtige Wespen gegenseitig als "dicke Schlampen" bezeichnen oder Filmszenen aus "Saving Private Ryan" oder "Matrix" auf eine ganz eigene Art nachgespielt werden. Dies gilt auch für die netten, aber nicht bahnbrechenden Multiplayer-Spielchen, in denen man sich mit bis zu vier menschlichen Mitspielern ein Rennen auf Jetboards liefern kann oder zusammen mit Wieseln und Teddybären den "Total War" in quake-ähnlichen Labyrinthen führt.
Fazit:
Man könnte meinen, dass das für die hohe Qualität der eigenen Spiele berühmte Team von Rare in Conker's Bad Fur Day sämtliche böse Fantasien hineingepackt hat, die jemals durch die Köpfe der Entwickler geisterten – so durchgeknallt, witzig und gleichzeitig dennoch spielerisch ausgefeilt hat sich selten ein Spiel präsentiert. Beachtlich ist zudem, dass Nintendo, ansonsten immer auf Familienfreundlichkeit bedacht, ein derart oft unter die Gürtellinie zielendes und mit schwarzem Humor überbordendes Spiel genehmigt hat, aber offensichtlich musste man auch dort einsehen, dass dieses Programm einfach zu gut ist, als dass man es zurückhalten könnte.
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