Multimedia-Ableger von Werbeagenturen krisengebeutelt
Die Agenturen beurteilen die eigenen Chancen in diesem Geschäft heute eher skeptisch. Die hohen Wachstumsraten wurden deutlich nach unten korrigiert. "Wir verfolgen eine konservative Strategie und sehen uns durch die Entwicklung bestätigt" , sagte Hansjörg Zimmermann von den Münchner Argonauten, einer Multimedia-Agentur der Grey Global Group. Christoph von Dellingshausen, Chef von BBDO Interactive, erklärte: "Unsere Kunden stammen zum großen Teil aus etablierten Branchen, bei Anfragen aus der New Economy sind wir sehr vorsichtig."
Viele Agenturen haben sich an Start-ups die Finger verbrannt. Die Multimedia-Tochter der renommierten Werbeagentur Springer & Jacoby, Elephant Seven, geriet sogar in finanzielle Schieflage und musste Mitarbeiter entlassen, weil Kunden der New Economy ihre Rechnungen nicht begleichen konnten, so w&v. Nach Angaben von Geschäftsführer Horst Wagner wird sich das Unternehmen künftig stärker auf Kernkompetenzen konzentrieren, schreibt das Marketing-Fachblatt.
Diesem Trend folgen auch andere Multimedia-Agenturen und schränken ihr Leistungsprofil ein. Statt Komplett-Lösungen inklusive aller technischen Komponenten wollen sie in Zukunft auf Strategieentwicklung und Online-Marketing setzen. Sabine Tönnissen, Geschäftsführerin der Online-Abteilung Front-End bei Jung von Matt, sagte: "Wir konzentrieren uns im Internet auf unsere Fähigkeiten als Werbeagentur. Bei komplexen technischen Aufgaben geben wir den Staffelstab gerne an andere Unternehmen weiter."



