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Softwarepiraterie weltweit im Aufwind

Schäden von 11,8 Milliarden mit wachsender Tendenz

Das erste Mal seit Beginn der Erhebung durch das Marktforschungsinstitut IPR im Jahr 1994 ist die weltweite Raubkopierate im Jahr 2000 wieder gestiegen. Dass die Verluste dennoch um 4 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar sanken, ist auf die Stagnation bei den PC-Verkäufen sowie niedrigere Softwarepreise in einigen internationalen Märkten zurückzuführen. Dennoch sank der Verkauf von Business-Software überproportional und führte damit zu einer leichten Steigerung bei der Raubkopierate.

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In Deutschland stieg die Raubkopierate von 27 auf 28 Prozent. Und mit einem Schaden von 1,27 Milliarden DM (1999: 1,25 Milliarden DM) steht die Bundesrepublik zum sechsten Mal in sieben Jahren auf dem Spitzenplatz der Verlustliste für Westeuropa und weltweit auf Platz vier.

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In Westeuropa stagnierte die Piraterierate bei 34 Prozent, der Verlust verringerte sich aber aus den genannten Gründen ebenfalls von 3,6 Milliarden auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Auf Platz 2 und 3 rangieren Großbritannien (498 Millionen Dollar) und Frankreich (481 Millionen Dollar), beide allerdings mit Verlusten unter der Milliarden-DM-Grenze.

Den Spitzenplatz konnte Deutschland in sieben Jahren nur einmal abgeben - im letzten Jahr an Großbritannien. Weltweit haben nur die USA, Japan und China höhere Verluste vorzuweisen. Damit wird weiterhin fast ein Drittel der Business-Software in der Bundesrepublik illegal eingesetzt, so die BSA.

"Die positive Entwicklung in Deutschland hat sich im letzten Jahr leider nicht fortgesetzt", kommentierte Georg Herrnleben, Regional Manager der BSA für Zentraleuropa. "Das heißt für die BSA, dass wir unsere Arbeit noch weiter intensivieren müssen. Wir haben bereits im Herbst 2000 mit Erfolg offensive Aufklärungs- und Legalisierungskampagnen durchgeführt. Diese Strategie werden wir weiter fortsetzen." Herrnleben verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Kampagne in München, die zwei Wochen nach dem Startschuss bereits gute Erfolge zeige.

Schlusslicht innerhalb der Europäischen Union bildet wie im Vorjahr Griechenland, wo 66 Prozent der Software raubkopiert sind. Der entstandene Schaden erreicht jedoch mit 61,5 Millionen US-Dollar nicht einmal 10 Prozent des Schadens in Deutschland. Nach Griechenland weist Spanien mit 51 Prozent die zweithöchste Raubkopierate innerhalb der EU auf.

Ein kleiner Schritt in Richtung Legalität ist in Osteuropa spürbar: Der absteigende Trend von 1994 mit 85 Prozent Raubkopierate setzte sich mit 63 Prozent auch im vergangenen Jahr fort. Dennoch liefern Russland sowie die Ukraine und die übrigen GUS-Saaten mit 88 respektive 89 Prozent nach wie vor traurige Werte. Auch das Fälschergeschäft in Osteuropa floriert weiterhin - mit der bevorzugten Exportrichtung Westeuropa.

In Nordamerika ist nur jede vierte Softwarekopie illegal. Innerhalb der letzten sechs Jahre fiel die Raubkopierate hier von 32 auf 25 Prozent. Mit einem Schaden von 2,9 Milliarden US-Dollar liegt Nordamerika hinter Asien und dem pazifischen Raum sowie Europa auf Rang drei der Verlustliste. Sowohl in Kanada als auch den USA sanken die Raubkopieraten - in Kanada um 3 Prozentpunkte auf 38 Prozent, in den USA von 25 auf 24 Prozent.

Weiter fallende Piraterieraten sind auch in Lateinamerika nachweisbar: Die Raubkopierate sank von 59 auf 58 Prozent, der Schaden fiel von 1,1 Milliarden auf 870 Millionen Dollar. Dabei variiert die Rate zwischen den einzelnen Ländern um 35 Prozent: In Puerto Rico sind immerhin 54 Prozent der Software als legal einzustufen, während dieser Anteil in Bolivien gerade 19 Prozent erreicht.

Noch drastischer fallen die Unterschiede in Asien und dem pazifischen Raum aus: Durchschnittlich 52 Prozent der Software sind in dieser Region illegal. Die Piraterierate stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um fünf Punkte, die Schadensbilanz um fast 50 Prozent von 2,8 Milliarden auf 4,1 Milliarden US-Dollar - ein Spitzenwert, der von keiner anderen Region annähernd erreicht wird. Angeführt wird die Statistik von Vietnam mit einer Raubkopierate von 97 Prozent (1999: 98 Prozent) und China mit 94 Prozent (1999: 91 Prozent), die auch weltweite Spitzenreiter sind. Schlusslichter bilden Australien mit 33 Prozent (1999: 32 Prozent) und Japan mit 37 Prozent (1999: 31 Prozent), allerdings auch mit wieder steigender Tendenz.

Die Länder des Mittleren Ostens entwickelten sich gegen den weltweiten Trend. Der Anteil der Raubkopien sank weiter um drei Punkte auf 57 Prozent. Auch der Schaden fiel um über 34 Millionen auf 239 Millionen US-Dollar.

Ähnliche Zahlen weist die Statistik für Afrika aus: 52 Prozent illegale Software bedeuten ein Minus von 4 Prozentpunkten (1999: 56 Prozent). Noch am besten sieht es dabei in Südafrika aus, mit 48 Prozent (1999: 47 Prozent), Nigeria und Kenia liegen mit je 67 Prozent am anderen Ende der Rangfolge. Eine besonders positive Entwicklung war in Ägypten feststellbar: Die Raubkopierate sank von 75 auf 56 Prozent. Der Gesamtschaden in Afrika beläuft sich auf 142 Millionen US-Dollar.

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henrietta bluma 23. Mai 2001

der artikel hört sich mal wieder sehr nach starken bemühungen seitens der...

Knv 23. Mai 2001

Das Problem sehe ich vielmehr in der Berechnung der Verluste. Man kann vermutlich...

crusher 23. Mai 2001

Ich finde diese IDR Studie - und vorallem die schlüsse die daraus gezogen werden (Europa...


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