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Internet wird zentraler Bestandteil des täglichen Lebens

Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein. Das Internet ist in Europa rasant gewachsen und wird zu einem zentralen Bestandteil des Alltags: Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Studie "Cyberstudy" von AOL Europe und dem Marktforschungsunternehmen Roper Starch. Die Studie zeigt, dass ein hoher Anteil von Neulingen das Internet erkundet und das Medium insgesamt verstärkt genutzt wird – vor allem zum Einkaufen oder Kommunizieren. Mehr als die Hälfte der Europäer mit Internet-Zugang (52 Prozent) sagen, das Internet sei aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken, während 62 Prozent sogar erklären, das Medium habe ihre Lebensqualität gesteigert.
/ Andreas Donath
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Mehr als ein Drittel der Verbraucher mit Internet-Zugang (36 Prozent) sind nach den Studienergebnissen während der vergangenen zwölf Monate online gegangen; 20 Prozent haben sich während der vergangenen sechs Monate zu Hause einen Internet-Anschluss eingerichtet. Einkaufen hat sich nach der Studie zur wichtigsten Online-Aktivität entwickelt. Mehr als die Hälfte der europäischen Internet-Nutzer (54 Prozent) geben an, bereits im Internet eingekauft zu haben, 43 Prozent kaufen regelmäßig oder gelegentlich ein und 40 Prozent wollen dies in den kommenden Jahren verstärkt tun. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) informieren sich im Internet über Produkte, die sie kaufen wollen.

Mehr als drei Viertel der Europäer mit Internet-Zugang (77 Prozent) halten es für wichtig, dass Kinder und Erwachsene heutzutage mit dem Internet umgehen können. Die europäischen Verbraucher sind auch an neuen Nutzungsmöglichkeiten des Internets interessiert. Sie senden und empfangen beispielsweise digitale Fotos (76 Prozent) oder nutzen die Möglichkeit einer Live-Videokonferenz mit Freunden (57 Prozent).

43 Prozent der Europäer mit Internet-Anschluss kommunizieren per E-Mail mit Freunden innerhalb Europas, und 49 Prozent nutzen das Medium für die Kommunikation mit Freunden außerhalb Europas. Sieben von zehn europäischen Online-Konsumenten (70 Prozent) haben Freunden oder Verwandten empfohlen, selbst einen Internet-Anschluss einzurichten, und 79 Prozent der seit weniger als einem Jahr im Internet aktiven Personen kommunizieren regelmäßig oder gelegentlich per Internet mit Freunden oder Familienmitgliedern.

Michael Lynton, President AOL International und CEO AOL Europe, stellte angesichts der Studienergebnisse fest: "Die Studie belegt eindeutig, dass der Online-Boom in Europa gerade erst beginnt. Die Europäer strömen in rekordverdächtiger Anzahl ins Internet und verstehen das Medium als zentralen Bestandteil ihres täglichen Lebens. Durch das Internet verändert sich ihr Kaufverhalten, das heißt, sie nutzen es für die Recherche und je länger sie online sind, um so mehr kaufen sie dort auch ein. Außerdem warten sie begierig auf die nächste Generation von Internet-Funktionen und Möglichkeiten."

Am häufigsten suchen Europäer im Internet nach Informationen (85 Prozent regelmäßig oder gelegentlich), kommunizieren mit Freunden oder Verwandten (84 Prozent) oder rufen aktuelle Meldungen ab (71 Prozent). 70 Prozent der Europäer, die seit mehr als drei Jahren online sind, glauben, dass das Internet ihre Lebensqualität verbessert hat.

In Sachen Online-Banking sind die Europäer besonders aktiv. 27 Prozent nutzen regelmäßig die Online-Services der Banken im Vergleich zu nur 14 Prozent der amerikanischen Internet-Nutzer. Von allen europäischen Verbrauchern mit Internet-Anschluss gaben 39 Prozent an, regelmäßig oder gelegentlich Online-Banking in Anspruch zu nehmen. Der Anteil steigt bei den seit mehr als drei Jahren im Internet aktiven Verbrauchern auf 58 Prozent und sinkt bei den seit einem Jahr oder weniger im Internet aktiven Verbrauchern auf 26 Prozent.

22 Prozent der europäischen Verbraucher mit Internet-Anschluss verfolgen Aktienkurse oder Depot-Entwicklungen online, während 14 Prozent online Aktiengeschäfte tätigen. Je länger die Verbraucher online sind, desto eher wird das Internet für sie eine Notwendigkeit. 69 Prozent der seit mindestens drei Jahren im Internet aktiven Europäer halten das Medium für absolut notwendig. Bei den seit ein bis drei Jahren im Internet aktiven Nutzern sind es 53 Prozent. 41 Prozent derjenigen, die seit höchstens einem Jahr "drin" sind, wollen auf das Internet nie wieder verzichten.

Je länger der Internet-Zugang besteht, desto vielseitiger nutzen die Europäer das Medium. Drei Beispiele: 47 Prozent der seit mehr als drei Jahren im Internet aktiven Verbraucher versenden regelmäßig oder gelegentlich Online-Telegramme (Instant Messages) im Vergleich zu 37 Prozent der Internet-Neulinge. 52 Prozent derjenigen, die das Internet seit mehr als drei Jahren nutzen, kaufen regelmäßig oder gelegentlich im Internet ein im Vergleich zu 29 Prozent der Internet-Neulinge. 58 Prozent der seit mehr als drei Jahren im Internet aktiven Verbraucher nutzen Online-Banking im Vergleich zu 26 Prozent der Internet-Neulinge.

Die Cyberstudy beschäftigte sich außerdem mit der Frage, wie Eltern die Internet-Gewohnheiten ihrer Kinder sowie deren Einfluss auf die persönliche Entwicklung und das Familienleben einschätzen. 32 Prozent der Eltern von Kindern mit Internet-Zugang gaben an, das Internet habe das Verhältnis ihres Kindes zu Freunden und der Familie positiv beeinflusst. Mehr als zwei Drittel der Eltern (68 Prozent) gaben an, gemeinsam mit ihrem Sprössling im Internet zu surfen, und fast die Hälfte (48 Prozent) hält mehr vom Internet als vom Fernsehen. 72 Prozent der Eltern sind der Meinung, das Internet habe die Chancen ihres Kindes beim Eintritt in den Arbeitsmarkt verbessert. Online-Recherchen werden auch als geeignete akademische Informationsquelle wahrgenommen – 61 Prozent der Eltern sind der Ansicht, die neue Technologie habe die Qualität der Hausaufgaben ihres Kindes gesteigert.

In den verschiedenen Ländern nannten die Eltern unterschiedliche Gründe dafür, warum ihr Nachwuchs vom Internet profitiert. Deutsche Eltern nennen mit 81 Prozent vor allem die günstige Wirkung auf die Arbeitsmarktchancen, britische Eltern weisen zu 73 Prozent auf die verbesserte Qualität der Hausaufgaben hin, 71 Prozent der französischen Eltern sind vor allem vom Einfluss des Internets auf die Hobbys ihrer Kinder beeindruckt.

Trotz vieler Übereinstimmungen sind auch Unterschiede in der Nutzung des Mediums durch britische, französische und deutsche Verbraucher deutlich geworden. Im Vergleich zu den Briten und den Deutschen sind die Franzosen häufiger auf der Suche nach lokalen Unterhaltungsangeboten, senden und empfangen Online-Telegramme und nutzen das Internet für Treffen mit Gleichgesinnten. 96 Prozent der französischen Internet-Nutzer lassen sich via Internet regelmäßig oder gelegentlich aktuelle Nachrichten schicken. Für Online-Nachrichten interessieren sich im Vergleich dazu 71 Prozent der Deutschen, 63 Prozent der Briten und 76 Prozent der Amerikaner. Französische Internet-Nutzer empfehlen Freunden oder Verwandten am häufigsten, einen Internet-Anschluss zu beantragen. Deutsche nutzen häufiger Online-Banking als Briten oder Franzosen. 31 Prozent sind regelmäßig wegen ihrer Bankgeschäfte online, im Vergleich dazu nur 21 Prozent der französischen und 25 Prozent der britischen Online-Nutzer. 31 Prozent der deutschen Internet-Nutzer verfolgen ihre Aktienkurse online. Lediglich 14 Prozent der Franzosen und 13 Prozent der Briten achten auf den Online-Börsenticker. Im Online-Aktienhandel sind 20 Prozent der deutschen Internet-Nutzer aktiv, 11 Prozent der Franzosen und nur 9 Prozent der Briten. Die britischen Internet-Nutzer sind im Europa-Vergleich die Top-Online-Shopper. Über die Hälfte der Briten mit Internet-Anschluss (55 Prozent) kaufen im Internet ein. Demgegenüber stehen 39 Prozent der Deutschen und 24 Prozent der Franzosen. 54 Prozent der britischen Verbraucher, 41 Prozent der Franzosen und 29 Prozent der Deutschen wollen in Zukunft vermehrt online einkaufen. 46 Prozent der britischen Verbraucher nutzen das Internet für die Buchung von Reisen oder den Kauf von Tickets, daran haben im Vergleich dazu 29 Prozent der Deutschen und 36 Prozent der Franzosen Interesse.

AOL und Roper Starch führen bereits seit 1998 in den USA eine jährliche Cyberstudy durch. Die aktuelle Studie wurde im März 2001 per Telefon durchgeführt. In jedem der drei untersuchten Länder befragte Roper Starch 500 zufällig ausgewählte Verbraucher mit Internet-Anschluss, die mindestens 18 Jahre alt waren. Die Fehlerquote für vergleichende Aussagen in den drei Ländern beträgt plus/minus 4 bis 5 Prozentpunkte. Für die gesamte Stichprobe liegt die Fehlerquote bei plus/minus 3 Prozentpunkten.


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