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Stellungnahme: Open-Source-Gemeinde zu Microsofts Vorwürfen

Richard Stallman, Linus Torvalds und Tim O'Reilly über Mundies Äußerungen

Mit seiner Rede an der Stern School of Business der Universität New York zum Thema "The Commercial Software Model" hat Craig Mundie, Senior Vice President für "Advanced Strategies" bei Microsoft, in der letzten Woche eine deutliche Kampfansage gegen die Open-Source-Bewegung abgefeuert. Diese nimmt nun in Form einiger ihrer prominentesten Köpfe Stellung zu Microsofts Sichtweise.

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Bezeichnete Mundie die GNU General Public License als virulent und gegen den "American Way" gerichtet, sieht Richard Stallman, Schöpfer dieser wohl wichtigsten Open-Source-Lizenz, dies etwas anders. "Die 'Freie Software Bewegung' wurde 1986 gegründet, ihre Inspiration entstammt aber den Idealen von 1776: Freiheit, Gemeinschaft und freiwillige Kooperation. Das war es, was später zu freien Unternehmen, Redefreiheit und freier Software führte", so Stallman. Er betont einmal mehr die Bedeutung des englischen Wortes "free" im Begriff "freie Software", der für Freiheit und nicht für kostenlos stehe.

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So stand für Stallman bei der Entwicklung der GNU General Public License auch in der Linie die Verteidigung der Freiheit im Vordergrund. Die Lizenz soll niemandem das Recht geben, diese Freiheit zu untergraben, indem er eigene Erweiterung von GPL-Software unter einer anderen Lizenz veröffentlichte, anders als z.B. es die BSD-Lizenz tut.

"Millionen von Nutzern, Zehntausende von Entwicklern und Unternehmen wie IBM, Intel und Sun haben sich entschlossen, auf dieser Basis an der Gemeinschaft teilzunehmen. Aber einige Firmen möchten gern die Vorzüge nutzen, ohne dabei Pflichten einzugehen", so Stallman weiter. "Microsoft würde sicher gern von unserem Code profitieren, ohne dabei Verpflichtungen einzugehen. Aber es gibt einen entscheidenden Grund, die GNU GPL anzugreifen. Microsoft ist bekannt für Imitation statt Innovation. Wenn Microsoft etwas Neues tut, dann hat das strategische Gründe - nicht eine Verbesserung für die User, sondern die Schließung einer Alternative für diese."

Linus Torvalds hingegen setzt an einer anderen Stelle an und wirft Mundie die Missachtung einiger der größten wissenschaftlichen Leistung der Menschheit vor. Er führt einige der größten Entdeckungen der Menschheit an und stellt klar, wie deren freie Verfügbarkeit zum Fortschritt beigetragen hat. "Mundie wirft all das weg, denn er will, dass Microsoft alles gehört und tonnenweise Geld damit verdient." Nach Meinung von Tim O'Reilly verzerrt Mundie die Tatsachen etwas, wenn er Open Source mit dem Dot-Com-Sterben gleichsetzt. Sicherlich, so O'Reilly, seien einige Open-Source-Firmen gescheitert, aber das sei auch so manchen Microsoft-Partner passiert. Hingegen spiele Open Source bei einigen der größten IT-Unternehmen eine wesentliche Rolle und führt Beispiele wie UUNET, Yahoo, Cisco, Sun, IBM und HP an. Aber auch Microsoft selbst sei einer der größten Profiteure von Open Source.

Auch die Gefahr des "Forking" würde Mundie falsch darstellen, so O'Reilly und zeigt die Zersplitterung von Microsofts eigenen Produkten auf: Windows 95, Windows 98, Windows NT, Windows 2000, Windows ME und Windows XP. Vielmehr sei die Vielzahl von Distributionen nur der Beweis dafür, dass man mit einem einzigen Produkt nicht alle Bedürfnisse befriedigen könne.

Auch Mundies Verteufelung der GPL gehe an der Realität vorbei, denn viele große Open-Source-Projekte stünden unter anderen Lizenzen, die dem geistigen Eigentum ein anderes Gewicht geben, z.B. Apache und Perl. Zu guter Letzt spricht Tim O'Reilly eine öffentliche Einladung an Mundie für die im Juli stattfindende O'Reilly Open Source Convention aus, eine der größten Open-Source-Konferenzen überhaupt.

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isone 09. Mai 2001

@!#$ auf Xbox....wenn du die n "game-pc" vor den tv stellen willst bitte...Dreamcast...

alex 09. Mai 2001

wo immer geld verdient wird will MS mitspielen. und zwar im grossen masse, nicht als...

kW 08. Mai 2001

Der "American Way" nach Microsoft ist das agieren auf Basis von Geld. Wenn aber nicht auf...

Wyvern 07. Mai 2001

...LOL. Da sollte sich der Rest der Welt lieber nicht so drum scheren!! Ohne Open-Source...


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