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Microsoft: Kampfansage gegen Open-Source-Software

"Das Geschäftsmodell Open Source ist nicht lebensfähig". In einer Rede an der Stern School of Business der Universität New York bezog jetzt Craig Mundie, Senior Vice President für "Advanced Strategies" bei Microsoft, Stellung zur Open-Source-Bewegung im Kontrast zu Microsofts kommerziellem Ansatz. Dabei stellte er fest, dass Open-Source-Software (OSS) auch positive Aspekte hat, doch die habe Microsoft längst aufgegriffen. Was bleibt, ist der virulente Charakter der GNU General Public License.
/ Jens Ihlenfeld
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Microsoft unternehme schon seit geraumer Zeit Schritte, um Kunden, Partnern und Entwicklern einen breiten Zugang zu seinem Source Code zu gewähren, achte aber darauf, die eigenen Urheberrechte nicht zu gefährden, so Mundie. Dies gebe Microsoft die Möglichkeit, weiterhin innovativ und erfolgreich zu sein.

Das kommerzielle Software-Modell beruhe auf dem Aufbau einer starken Entwicklergemeinde, unterstützender Industrie sowie der Teilnahme an Standardisierungsprozessen. So verspreche das Geschäftsmodell Profitabilität. Auch beruhe es auf signifikanten Investitionen in Forschung und Entwicklung, die zukünftige Innovationen hervorbringen sowie einem Lizenzmodell das Produkt und Source Code bietet, ohne die Rechte daran aufs Spiel zu setzen.

So betrachtet Microsoft seinen "Shared Source"-Ansatz als die beste Möglichkeit, anderen Unternehmen oder Universitäten einen Einblick in die Quelltexte zu geben, ebenso wie es Open-Source-Software macht. Microsoft Research lizenziere seit über zehn Jahren den Windows Source Code an Universitäten zu Forschungszwecken. Derzeit hätten mehr als 100 akademische Institutionen in 23 Ländern auf diese Weise den Windows Quellcode lizenziert. Unternehmen bietet Microsoft das Enterprise Source Licensing Program (ESLP) an, unter dem der Source Code für Windows 2000 und nachfolgende Versionen kostenlos lizenziert werden kann. Allerdings steht dieses Modell derzeit nur in den USA zur Verfügung, eine Ausweitung auf zwölf weitere Länder ist geplant.

Mudie erläuterte aber auch, warum das kommerzielle Software-Modell auch weiterhin die Basis Innovation und wirtschaftliches Wachstum sei. Im Gegensatz dazu seien zahlreiche Firmen in den letzten Monaten zu Grunde gegangen, die ihre größten Werte, ihren Content, kostenlos weggegeben haben in der Hoffnung, dass sie sich irgendwie über Werbung, Abomodelle oder Gottvertrauen finanzieren.

So habe Microsofts "Shared-Source"-Philosophie zwar einige der positiven Elemente der Open-Source-Software-(OSS-)Bewegung aufgegriffen, aber Microsoft bleibe dem kommerziellen Softwaremodell treu. "Wir haben unseren Kunden zugehört und uns das OSS-Modell genau angesehen", so Mundie. "Es gibt Elemente im Bereich OSS, die gut für Kunden und Partner sind, wie die Stärkung der Entwicklergemeinde, besseres Feedback und vermehrtes Debugging."

"Aber es gibt auch Elemente im OSS-Modell, die man verhindern muss, wie die Gefahr von ungesundem Forking, Kompatibilitätsbedenken und Probleme und Bedenken, was die Lizenzen betrifft." Forking nennt man die Abspaltung eines Projekts in mehrere, möglicherweise zueinander inkompatible Programme, ein Problem, das die OSS recht gelassen sieht, haben doch auf Grund der OSS-Lizenzen auch zersplitterte Projekte die Möglichkeit, auf den Code und die Ideen der anderen zuzugreifen.

Die größte Gefahr sieht Mundie jedoch im Charakter von Open-Source-Lizenzen wie der GNU General Public License (GPL), unter der "einige" Open-Source-Software verteilt wird. Diese würde das kommerzielle Softwaremodell fundamental untergraben, indem sie die Rechte am geistigen Eigentum untergrabe.

Software-Unternehmen könnten so kein Geld mit ihren Innovationen verdienen und die gewonnenen Mittel wiederum in Forschung und Entwicklung investieren. "Ihr Geschäftsmodell ist einfach nicht lebensfähig", so Mundie. Die virulente Natur der GPL gefährde das Eigentum jedes Unternehmens, das seine Produkte auf Quelltexten aufbaut, die unter der GPL stehen.

In einer ersten Reaktion auf Craig Mundies Rede veröffentlichte gestern der Linux-Kernel-Entwickler Alan Cox einen kurzen Aufsatz unter dem Thema "This is How Free Software Works".


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