Test: Palm m500 mit Graustufen-Display

Das monochrome Graustufen-Display des mobilen Begleiters bietet einen guten Kontrast und ist selbst bei schlechten Lichtverhältnissen gut lesbar. Die zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung macht sich erst bei dunkler Umgebung bemerkbar. Leider bleibt beim m500 der Graffiti-Bereich dann noch dunkel; erst der demnächst folgende Farb-PDA m505 soll auch diesen Display-Bereich ausleuchten.
Derzeit dienen die SD-Cards, wie auch der MemoryStick, vornehmlich als Datenspeicher. Für beide Kartentypen sind aber bereits Funktions-Module wie Bluetooth-Karten oder MP3-Player angekündigt. Palm legt dem m500 leider nicht - wie etwa Sony - eine leere Speicherkarte bei, so dass der Steckplatz ohne Mehrausgaben brachliegt.
Als weitere Neuerung enthält der m500 eine USB-Dockingstation, was den Datenaustausch mit dem Desktop-PC gegenüber einer seriellen Verbindung deutlich beschleunigt. Dafür verpasste Palm der m50x-Reihe eine neu gestaltete Schnittstelle. Wer Zubehör für die Palm-V-Serie besitzt, kann diese - ohne vielleicht irgendwann erhältliche Adapter - daher nicht mit dem m500 verwenden, was in der Palm-Gemeinde für Verdruss sorgte. Palm versicherte jedoch, dass man dieser Schnittstelle nun treu bleiben werde.
Leider verpasste Palm bei der Überarbeitung des Gehäuses die Chance, das versehentliche Einschalten des Geräts vollständig zu unterbinden. Obwohl die vier Applikationsknöpfe jetzt tiefer im Gehäuse liegen, kann der m500 wie sein Vorgänger durch die Abdeckung hindurch - etwa in der Tasche - unbeabsichtigt eingeschaltet werden, was wertvollen Akkustrom kostet.
Hier hilft zwar die HackMaster-Erweiterung StayOffHack(öffnet im neuen Fenster) , die die vier Applikationsknöpfe deaktiviert, aber es bleibt unverständlich, warum Palm den Geräten nicht einfach einen separaten Schiebe-Schalter verpasst, der die Tasten blockiert, wie es etwa jeder 100-Mark-Walkman besitzt.
Die Befehle "Info", "Übertragen" und "Löschen" aus dem Programmstarter-Menü des PalmOS funktionieren auch mit Speicherkarten, so dass es in der Bedienung keinen Unterschied bemerkt, ob die Daten im Palm-Speicher oder auf der Speicherkarte liegen. Als neue Funktion gesellte sich der Befehl "Kopieren" zum Menü hinzu, um Programme von oder auf die Speicherkarte zu kopieren. Unabhängig von den Speicherkarten fiel auf, dass das PalmOS 4.0 bei allen Dateibefehlen im Vergleich zur Version 3.5 deutlich flotter arbeitet.
Für den Durchschnitts-Anwender bietet das PalmOS 4.0 als herausragendste Neuerung nun einen stillen Alarm sowie eine Vibrationsfunktion. Letztere lässt das Gerät bei einem Alarm vibrieren, wie man es schon von Handys kennt und der stille Alarm erinnert geräuschlos durch Blinken der Lade-LED an bevorstehende Termine.
Schade, dass die beiden neuen Alarm-Funktionen nur halbherzig implementiert wurden. Denn die verschiedenen Modi lassen sich nur global in den Einstellungen bestimmen. Es ist nicht möglich, den stillen Alarm oder die Vibrationsfunktion einem einzelnen Kalendereintrag zuzuweisen. Außerdem verstehen alternative Terminmanager wie DateBk4(öffnet im neuen Fenster) oder Action Names(öffnet im neuen Fenster) diese neuen Funktionen noch nicht, werden aber vermutlich in Kürze entsprechend angepasst.
Neben dem in der Uhr enthaltenen Wecker übernahm der m500 von der m10x-Serie auch das Notepad zum Zeichnen von Notizen. Ebenfalls neu ist das Programm "Card Info", das Angaben zur eingesteckten SD-Card gibt und auch das Formatieren einer Speicherkarte ermöglicht.
PalmOS 4.0 beherrscht nun Zeitzonen, die von Applikationen abgefragt werden können. Palm überarbeitete auch die Sicherheits-Einstellungen: Eingegebene Kennwörter zeigen private Einträge jetzt nur noch in der laufenden Applikation. In anderen Programmen bleiben solche Einträge je nach Einstellung maskiert oder verborgen. Außerdem soll die Hintertür im PalmOS nun verschlossen sein.
Und schließlich liegt dem Paket der aktualisierte Palm Desktop 4.0 für Windows und MacOS bei, der die Installation von Applikationen direkt auf die SD-Card erlaubt. Neben weiteren kleinen Verbesserungen an der Oberfläche und Bedienung enthält dieser nun den HotSync-Manager in der Version 4.0, der seine Daten sowohl über USB als auch über Infrarot austauschen kann. Löblich, dass Palm dem m500 eine umfangreiche gedruckte Anleitung beilegt, so dass sich der Neuling bequem mit den Funktionen des Geräts vertraut machen kann.
Fazit:
Der Palm m500 erweist sich insgesamt als würdiger Nachfolger des Palm Vx und schließt mit dem neuen SD-Slot endlich zur Konkurrenz auf, die ihre Geräte schon lange mit Erweiterungs-Slots ausrüstet. Da sich im Lieferumfang aber keine SD-Card befindet, verpasst Palm hier die Chance, den Steckplatz entsprechend zu fördern.
Schade auch, dass Palm die Chance verpasste, das lästige versehentliche Einschalten des PDAs vollständig zu umgehen. Als unbefriedigend erwies sich leider auch die Implementierung des stillen Alarms und der Vibrationsfunktion. Bleibt die Hoffnung, dass Dritthersteller hier in die Bresche springen und mit guten Zusatz-Applikationen diese Unzulänglichkeit beheben.



