Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Siemens: Rückgang im weltweiten Mobiltelefongeschäft

Konzerngewinn mit Infineon geht um 11 Prozent zurück. Das vergleichbare Siemens-Konzernergebnis ohne die Infineon Technologies AG stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2001 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 562 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 8 Prozent auf 19,2 (i.V. 17,8) Milliarden Euro. Der Auftragseingang erreichte 21,9 (Vorjahr: 18,7) Milliarden Euro und lag damit um 17 Prozent über dem Vorjahr. Einschließlich Infineon ging der vergleichbare Konzerngewinn um 11 Prozent zurück; Umsatz und Auftragseingang stiegen um 8 bzw. 12 Prozent.
/ Andreas Donath
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Ergebnisentwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen verlief unterschiedlich. Positiv entwickelten sich die zentralen Posten, nachdem im Vorjahr Sonderbelastungen angefallen waren. Vorstandsvorsitzender Dr. Heinrich v. Pierer: "Im ersten Halbjahr haben wir unser Ziel Gewinnwachstum über Umsatzwachstum erreicht. Wir erwarten jedoch, dass das Geschäftsumfeld in den nächsten Monaten noch schwieriger wird, insbesondere für die I&C-Bereiche."

Siemens kommentiert seine Eckdaten ohne die Infineon Technologies AG, die aber in den konsolidierten Konzern-Quartalsabschluss eingehen. Infineon ist ein börsennotiertes Unternehmen und legt seinen eigenen Quartalsabschluss vor.

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Goodwillabschreibung (EBITA) des operativen Geschäfts (ohne Infineon) stieg im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 922 (Vorjahr: 777) Millionen Euro. Dazu beigetragen haben insbesondere die Ergebnisverbesserungen bei Power Generation, Medical Solutions, Transportation Systems und ein positives EBITA für die Position "Übrige, Konsolidierungen".

Das Arbeitsgebiet Information and Communications war stark von den ungünstigeren Marktbedingungen betroffen. Da die Firmenkunden und die Netzbetreiber ihre Investitionen zurückgefahren haben, verzeichnete der Bereich Information and Communication Networks (ICN) ein abgeschwächtes Umsatzwachstum. Das EBITA ging auf 50 (Vorjahr: 183) Millionen Euro zurück. Dabei muss berücksichtigt werden, dass im zweiten Quartal des Vorjahres einmalige Erträge von 120 Millionen Euro enthalten waren.

Wie die Wettbewerber litt auch Information and Communication Mobile (ICM) unter dem Rückgang im weltweiten Mobiltelefongeschäft. Ein starker Preisverfall im Mobiltelefonmarkt und geringere Wachstumsraten als erwartet drückten auf das Ergebnis von ICM. Das EBITA fiel im zweiten Quartal auf 6 (Vorjahr: 287) Millionen Euro. Im Gegensatz dazu fiel das Umsatzwachstum kräftig aus, was vor allem auf den gestiegenen Absatz bei Mobiltelefonen von 4,3 Millionen Stück im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2000 auf 6,9 Millionen Stück im zweiten Quartal 2001 zurückzuführen ist. Im Vergleich zum ersten Quartal 2001 mit 9,3 Millionen Mobiltelefonen ist das Volumen im zweiten Quartal jedoch rückläufig. Das Geschäft mit Mobiltelefonen verzeichnete im zweiten Quartal einen Verlust von 143 Millionen Euro, während das Geschäftsgebiet Mobilnetzinfrastruktur seine Ertragsstärke bei GSM-Netzen ausbauen konnte. SBS weist ein EBITA von 24 Millionen Euro aus.

Im Arbeitsgebiet Automation and Control machen sich beim Auftragseingang erste Zeichen einer konjunkturellen Abschwächung bemerkbar. Dennoch konnte der größte Bereich, Automation and Drives (A&D), das Umsatzvolumen steigern, was teilweise aus Akquisitionen resultiert. Das EBITA blieb mit 270 Millionen Euro unverändert auf dem hohen Niveau des Vorjahres, was auf schwächere Marktbedingungen, vor allem in den USA, zurückzuführen ist.

Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte Siemens damit gerechnet, dass der Gewinn stärker wächst als der Umsatz. Ohne Infineon hat das Unternehmen dieses Ziel für das erste Halbjahr erreicht – trotz der Marktturbulenzen bei Information and Communications.


Relevante Themen