Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Studie: Insellösungen bei eGovernment kosten Milliarden

Aufbau von virtuellen Verwaltungen wird unerwartet teuer. 91 Prozent der größten deutschen Kommunen planen die Einführung von E-Government-Systemen oder arbeiten bereits mit der elektronischen Verwaltung. Dabei setzen die Gemeinden und Bundesländer leider auf vollkommen unterschiedliche EDV-Lösungen, so die Mummert und Partner Unternehmensberatung. Eine Vernetzung der virtuellen Verwaltungen findet so gut wie nicht statt. Dadurch entstünden nachträgliche Soft- und Hardware-Umstellungen mit Kosten im Milliardenbereich.
/ Andreas Donath
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

In beinahe jeder Gemeinde wird an E-Government-Projekten gearbeitet. Auf Bundesebene läuft die Initiative "BundOnline 2005": Bis zum Jahr 2005 sollen alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung online verfügbar sein. Doch die Planungen der Behörden sind nach Ansicht von Mummert kurzsichtig.

Ein effizientes E-Government setzt die Vernetzung von Bund, Ländern und Kommunen untereinander und mit dem Bürger voraus. Wenn in der jetzigen Planungsphase keine gemeinsamen Konzepte und Standards entwickelt werden, droht dem E-Government die EDV-Sackgasse. "Sei es die Ausstellung eines Anwohnerparkausweises oder die Kfz-Ummeldung – jede Gemeinde bastelt vor sich hin", sagte Jochen Baier von Mummert und Partner. "Für die gleichen Prozesse gibt es die unterschiedlichsten Lösungen." Schon jetzt herrsche ein elektronischer Wildwuchs in den Datensystemen. Wenn darauf nun grundverschiedene E-Government-Anwendungen aufgebaut werden, ist eine spätere Vernetzung der Verwaltungsportale fast unmöglich, erwarten die Experten.

Die Lösung seien bundesweite Standards in der Datenhaltung und der Vernetzbarkeit von IT-Systemen. Zwar planen 80 Prozent der Kommunen eine Änderung ihrer EDV-Strategie, doch eine Abstimmung der Gemeinden untereinander fand bisher nicht statt. Die Folge: Wenn für das E-Government kein "Masterplan" entworfen wird, ist es zum Scheitern verurteilt. Denn nur wenn die elektronischen Verwaltungsplattformen auf lange Sicht untereinander vernetzt werden, macht E-Government Sinn, so die einsichtige Meinung von Mummert.

Das Bundesinnenministerium hat gerade das Projekt "Öffentlicher Eink@uf Online" gestartet. Mit der Einführung von elektronischer Beschaffung (E-Procurement) setzen Bund, Länder und Kommunen auf Einsparungspotenziale in Milliardenhöhe: Nach Branchenschätzungen lassen sich Verwaltungskosten halbieren, Einkaufspreise um bis zu 30 Prozent senken.


Relevante Themen