Ende des Wachstums bei Online-Werbung?
Im Interview mit dem Marketing-Magazin "w&v – werben und verkaufen" sagte Ryan: "Wir mussten unsere Prognosen seit dem vergangenen Sommer schrittweise nach unten korrigieren. Die Realität gibt uns Recht."
Im ersten Quartal 2001 hätten die Verlage in den USA einen Anzeigenrückgang von rund 30 Prozent verzeichnet. "Warum sollte dann die Werbung im Internet mit 50 Prozent oder mehr wachsen?", fragte Ryan. Für Deutschland rechnet er mit einem stagnierenden oder leicht steigenden Online-Werbevolumen. "Insgesamt wird der Markt im Jahr 2001 wie schon im vergangenen Jahr etwa 400 bis 500 Millionen Mark betragen", sagte Ryan gegenüber w&v.
Seiner Ansicht nach werden Großkonzerne 2001 ihre Online-Werbeausgaben leicht erhöhen. "Sie allein werden aber die Ausfälle der anderen Budgets nicht kompensieren können. Im Moment müssen nur wenige Unternehmen für ihre Börsengänge laut klappern, und die meisten Dot-Coms haben ohnehin kaum noch Geld. Sind die Konten leer, werden die Marketing-Ausgaben als erstes gestrichen oder gekürzt."
Nach der im Januar 2001 veröffentlichten Forrester-Studie Internet AdWatch Spending Monitor soll es für das laufende Jahr bei den Ausgaben für Online-Werbung in Europa aber einen Anstieg von 70 Prozent geben.
Das Marktforschungsunternehmen geht davon aus, dass die europäischen Online-Werbeetats in Europa in 2001 bei 1,16 Milliarden Euro liegen und sich damit gegenüber den 663 Millionen Euro im vergangenen Jahr nahezu verdoppeln werden.
Laut dem "Internet AdWatch Spending Monitor" von Forrester Research betrugen die Online-Werbeaufwendungen für die drei größten europäischen Märkte im Dezember zusammen 38,5 Millionen Euro. In Großbritannien fiel der Online- Werbeaufwand auf 17,3 Millionen Euro gegenüber 17,7 Millionen Euro im November, während diese Aufwendungen in Deutschland um 0,2 Millionen Euro auf 12,6 Millionen Euro zurückgingen. In Frankreich dagegen stiegen die Online-Werbeetats leicht auf 8,6 Millionen Euro an, verglichen mit 8,3 Millionen Euro im November.
Internet AdWatch verfolgt und bewertet die Online-Aktivitäten von über 15.000 Werbekunden auf mehr als 650 Sites in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Werbung im Internet wird von annähernd 40 Prozent der deutschen Onliner als Störfaktor Nummer eins genannt. Männer ärgern sich über Werbebanner und aufpoppende Fenster sogar zu sechs Prozent mehr als die weiblichen Surfer. Zu 40 Prozent wird das Internet als vorteilhaftes Kommunikationsmittel von den Onlinern favorisiert. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage von eMind@emnid, dem Onlineforschungszweig des Marktforschungsinstitutes TNS Emnid.
EMind@emnid befragte im Auftrag des Wirtschaftsmagazins Business 2.0 zwischen dem 25. und 29. Januar 2001 1.015 Internetnutzer mit einem Online-Fragebogen nach den Vor- und Nachteilen des Internets. Die Ergebnisse seien repräsentativ für alle Internetnutzer in Deutschland.



