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Preview: Black & White - Wirklich das erwartete Highlight?

Peter Molyneux präsentiert Strategiespiel in Köln. Über Black & White wurde bereits vor dem offiziellen Release mehr berichtet als über die meisten anderen bereits erschienenen Computer- und Videospiele zusammen. In Köln präsentierte Peter Molyneux sein neuestes Werk nun erstmals in Deutschland und äußerte sich zu den Gründen für den mehrmals verschobenen Veröffentlichungstermin.
/ Thorsten Wiesner
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Die Erwartungen an das Echtzeitstrategiespiel waren dabei naturgemäß hoch, was nicht nur an der massiven Vorberichterstattung und dem so entstandenen Medienhype, sondern zweifelsohne auch an Molyneuxs herausragendem Ruf als Spieledesigner liegt, der durch Titel wie Populous, Dungeon Keeper und Theme Park begründet wurde. Black & White stellt nun das erste Werk seiner vor vier Jahren gegründeten eigenen Spieleschmiede Lionhead dar.

Nachdem das Veröffentlichungsdatum eigentlich für Mitte letzten Jahres angesetzt war und danach mehrmals verschoben wurde, ist das Spiel laut Molyneux nun definitiv fertig gestellt – kein Wunder, dass es nach dem ewigen Hin und Her der letzten Wochen und Monate bereits für diese an sich nicht all zu spektakuläre Auskunft tosenden Beifall gab. Das Spiel wird somit nach einer Entwicklungszeit von "drei Jahren, einem Monat und zwei Tagen" ab dem 5. April im Handel erhältlich sein.

Molyneuxs Ziel war es nach eigenem Bekunden, dem Spieler soviel Freiheiten zu geben, wie er sie bisher in noch keinem anderen Spiel erleben konnte, und nach dem ersten Probespielen scheint es beinahe so, als ob dies auch in die Tat umgesetzt werden konnte.

Man übernimmt in Black & White die Rolle eines Gottes, der über praktisch unbegrenzte Fähigkeiten verfügt. Ob er sich seinem Volk als gütiger und großzügiger Herrscher oder als menschenverachtender Despot zeigt, liegt dabei ganz im Ermessen des Spielers und hat natürlich Auswirkungen auf den Spielablauf und sogar auf die optische Ausgestaltung der Welt. So wird das Gebiet eines Gewaltherrschers mit der Zeit eher düster und karg erscheinen und auch die Musik wird eine finstere und dunklere Klangfarbe bekommen.

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Allerdings tritt man selber nicht in Erscheinung, sondern führt sämtliche Aktionen mit einer virtuellen Hand aus – das Spiel kommt dabei ohne Icons aus, die Steuerung erfolgt komplett mit der Maus. Während man sich mit der linken Maustaste durch die wunderschön anzusehende und sehr detaillierte Landschaft manövriert, werden die Aktionen mit der rechten Maustaste ausgeführt, was zu Beginn für einige Verwirrung und viel Frustration sorgt. Hat man sich jedoch erst einmal mit der etwas eigenwilligen Eingabemethode zurechtgefunden, weiß man sie schnell als kompakt und innovativ zu schätzen.

Um auch außerhalb seines zu Beginn nur begrenzten Einflussgebietes walten zu können und so neue Gläubige zu rekrutieren, erhält jeder Gott eine Kreatur, die die physische Manifestation des göttlichen Willens beziehungsweise der spielerischen Willkür repräsentiert. Zur Auswahl stehen zu Beginn eine Kuh, ein Affe und ein Tiger, im Spielverlauf wird man dann später seine Kreatur auch gegen andere Tiere austauschen können. Über die Kreaturen zeigte sich Molyneux besonders stolz, denn sie seien "das Beste, was in Sachen künstlicher Intelligenz bisher in ein Computerspiel implementiert wurde. Wir wollten, dass auch Personen von akademischem Rang über die von uns geschaffene künstliche Intelligenz erstaunt sind."

Und tatsächlich machen die Kuh, der Affe und der Rest des tierischen Gespanns zumindest auf den ersten Blick einen mehr als gelungenen Eindruck. Einmal abgesehen von der putzigen Animation und Mimik, zeigt sich die Kreatur wirklich als extrem lernfähiges Geschöpf, das jedem noch so haarsträubendem Verhalten des Spielers nacheifert. Bevorzugt man zum Beispiel das planlose Herausreißen von Bäumen oder das gemeine aber durchaus unterhaltsame Herumwerfen von Untertanen, wird das eigene Schoßtier Derartiges bereits nach einigen wenigen Demonstrationen auch selber voller Enthusiasmus betreiben.

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Die Handlungsmöglichkeiten des Spielers scheinen dabei wirklich unbegrenzt, beinahe jeder Gegenstand, der auf dem Bildschirm zu sehen ist, kann nach eigenem Gutdünken benutzt oder umgestaltet werden. So lassen sich Hütten zerstören, Felsen und Bäume an beliebige Orte transportieren, die Bewohner des Landes können zum Zeitvertreib mal eben auf den höchsten Bergen abgesetzt werden und nach einiger Zeit lassen sich bei entsprechender göttlicher Macht auch Feuersbrünste oder Stürme über das Land jagen.

Befragt nach dem Ziel des Ganzen sagte Molyneux, dass Black & White sein erstes Spiel sei, in dem es ein wirkliches Ende gebe. Wie dies aussehe, wollte er nicht verraten, nur dass man am Schluss des Spieles eine große Entscheidung treffen müsse.

Und da pures Gottsein auf Dauer wohl doch ein wenig eintönig wird, zieht sich eine komplexe Story, für die angeblich eigens aus Hollywood engagierte Drehbuchschreiber herangezogen wurden, durch das Spiel. Auch über diese Hintergrundgeschichte wollte Molyneux nicht viel verlauten lassen, allerdings gebe es so viele verschiedene Lösungsmöglichkeiten, dass praktisch kein Spiel wie das andere verlaufe; allein für die erste Mission gebe es 22 mögliche Story-Entwicklungen.

"Das war einer der gewichtigsten Gründe, warum wir so lange für dieses Spiel gebraucht haben. Wir wollten, dass sich je nach Verhalten des Spielers der Spielablauf ändert und auch Aktionen möglich sind, die nicht einmal uns selber während der Entwicklung eingefallen sind", so Molyneux.

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Unzählige kleine Features sorgen für weitere Heiterkeit vor dem Monitor. So kann man seiner Kreatur etwa beibringen, auf bestimmte Musik, die während des Spielens gehört wird, positiv oder negativ zu reagieren. Streichelt man seine Kuh etwa genau dann, wenn gerade das eigene Lieblings-MP3 läuft, wird sie beim nächsten Hören des Titels begeistert zu tanzen anfangen. Schlägt man sie stattdessen, wird der Song beim nächsten Vorspielen für ein schmerzerfülltes Gesicht sorgen. So wusste Molyneux zu berichten, dass sich seine Kuh immer bei den Spice Girls die Hufe vor die Ohren halten würde...

Meinung:
Black & White stellt zumindest optisch wohl das bisher schönste und liebevollste Strategiespiel dar, was man am PC zu Gesicht bekommen konnte. Auch spielerisch scheint Lionhead zumindest auf den ersten Blick einen Meilenstein gesetzt zu haben. Ob das Programm allerdings auch nach dem ersten Staunen über die vielfältigen Aktionsmöglichkeiten und die schiere Begeisterung über die humorvolle Gestaltung der Kreatur für lange Zeit an den Computer fesseln kann, wird wohl erst der Test der in drei Wochen erscheinenden Vollversion an den Tag bringen.


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