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Game of Death - Die Serienkiller-Simulation

BURNS-Geschäftsführer Jürgen Winkler im Interview

Golem.de: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen BURNS und Jörg Buttgereit?

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Winkler: Ich habe mir gedacht, man müsste ein Horror-Spiel machen, bei dem man nach dem Zocken bestenfalls ins Bett, aber nicht mehr in den Keller gehen möchte. Das ist aber als purer Spiele-Entwickler kaum realisierbar. Da besitzt man alle möglichen Erfahrungen, aber keine in Bezug auf Horror-Dramaturgie, Effekte und Suspense. Deshalb habe ich Kontakt zu Jörg aufgenommen, der in Deutschland so etwas wie der Großmeister des Horror- und Trash-Films ist. Ich kannte seine Nekromantik-Filme und die Rezensionen, die er in der Berliner Presse über Filme veröffentlicht. Er hat einen wunderbar lakonischen Schreibstil, das hat mir sofort gefallen. Jörg fand die Idee spannend, ein Spiel zu machen und hat sofort zugesagt.

Golem.de: Wo seht Ihr die gravierendsten Unterschiede zwischen Game Of Death und aktuellen Action-Titeln?

Winkler: Die meisten Action-Spiele handeln in fiktiven Welten. Der Spieler kämpft gegen Fantasie-Monster oder anonyme Söldner. In Game Of Death trifft der Spieler dagegen auf negative Charaktere der Zeitgeschichte, die sich fest im Gedächtnis ihrer Nationen eingebrannt haben. Viele Deutsche kennen Fritz Haarmann, und viele Amerikaner wissen, wer Charles Manson oder Jeffrey Dahmer ist. Die Beschäftigung mit den Abgründen der menschlichen Psyche ist für die meisten Leute spannend, ob sie es nun öffentlich zugeben oder lieber zu Hause allein "Das Schweigen der Lämmer" ansehen, und damit gehen wir ganz offen um. Ein anderer Unterschied ist das Bewusstmachen des körperlichen Verfalls. Der Held ist kein Übermensch. Wenn er verletzt wird, kann der Spieler die Folgen dieser Verletzung tatsächlich sehen. Der Held verliert mit jeder Verletzung körperliche Substanz, bis er als Skelett kampfunfähig wird. Natürlich kann er seine Energie und seine körperliche Substanz während des Spiels auf verschiedene Weise regenerieren.

Golem.de: Gerade in Deutschland ist die Diskussion zum Thema Gewalt in Computerspielen ständig aktuell. Wie ist Deine Meinung zum Thema Indizierung?

Winkler: Das sollte man ganz nüchtern betrachten. Zum einen kann man mit dem Thema Jugendschutz sehr gut Wahlkampf machen. Zum anderen sorgt die Praxis der Indizierung bei bestimmten Institutionen für feste Arbeitsplätze und stellt für sie eine sichere Einnahmequelle dar. Diese Punkte sollte man nicht unterschätzen. Die Diskussion wird deshalb von den interessierten Kreisen immer am Kochen gehalten. Daran wird sich auch nichts ändern, es sei denn, ein übergeordnetes EU-Gericht verbietet diese Praxis. Der Jugendschutz ist dabei nur das Deckmäntelchen, nicht der eigentliche Grund für die Indizierungen. Zu glauben, das Gefühlsleben eines pubertierenden Quake-Spielers würde verrohen, wenn der Gegner in einer roten Blutlache statt in einer grünen Ersatzflüssigkeit stirbt, ist jedenfalls ziemlich tollkühn.

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Thomas Rudolph 01. Mai 2001

Hoffentlich fliesst auch Blut!?

EinsZweiDrei 23. Mär 2001

Unsere Gesellschaft ist eine Kindergesellschaft. Beim Geburtstag der Sendung-mit-der-Maus...

Markus 12. Mär 2001

Lieber Boris, ehrlich gesagt kann ich Deine Aufregung nicht nachvollziehen. Worin liegt...

Boris 12. Mär 2001

Lieber Golem-Redaktor! Bestimmt werkelt jemand an einem Nazi-Spiel, oder strikt...

Skarhead 12. Mär 2001

Warum mit Lecter? Lust, Gehirn zu essen? Wie pervers....


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