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Studie: Verwaltungs(r)evolution per Internet

Der Staat geht in drei Stufen online und wird (hoffentlich) bürgernäher. Bis 2008 soll das Internet zum wichtigsten Kommunikationsmedium zwischen Staat und Bürger avancieren und gleichzeitig unternehmerisches Handeln für die Verwaltung zum Muss geworden sein. Wie die jüngste Studie "Der Staat geht online – Verwaltungs(r)evolution durch das Internet" von Forrester Research zeigen soll, wird sich die Verwaltungsrevolution in drei Phasen vollziehen.
/ Andreas Donath
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In der jetzigen Phase werde E-Government nur durch Pilotprojekte betrieben. In der Masse beschränken sich die Online-Angebote deutscher Behörden im Wesentlichen auf spärliche Informationen rund um Öffnungszeiten, Adressen, das touristische Umfeld und Informationen zum Wirtschaftsstandort. Die unzureichende technische Infrastruktur bremst die Umsetzung vorhandener E-Government-Konzepte. Größtes Problem dabei sind die unterschiedlichen Systeme der Behörden, die untereinander nicht kompatibel sind. Auch Standards zum Übersetzen der verschiedenen Datenstrukturen fehlen, obwohl sich viele Verwaltungsaufgaben zur Zentralisierung eignen, so Forrester.

In einer zweiten Phase ab 2003 werden der Studie nach sukzessive die staatlichen Dienstleistungen virtualisiert und neu organisiert. "Der Kunde wird sich im Internet nicht bei seinem lokalen Finanzamt einwählen, sondern bei einem zentralen Finanzamtsportal", so Forrester-Analyst Jörg Nußbaumer. "Dadurch kommt es zu einer physischen Entkoppelung des Wohnsitzes des Beauftragenden und der Bearbeitung seines Auftrages." Viele der staatlichen Bearbeitungsvorgänge werden deswegen in zentralen Kompetenzzentren organisiert sein. Der wichtigste Vorteil von Kompetenzzentren ist ihre Wirtschaftlichkeit. Mit wachsender Anzahl der Transaktionen sinken die Grenzkosten und es könnten durch die Bildung größerer Einheiten zentrale Kompetenzen aufgebaut werden. Durch den Aufbau zentraler Kompetenzzentren könne der Staat zudem wirtschaftsschwache Regionen fördern, empfielt die Studie.

In der dritten Phase ab 2008 führt das Internet zu einer grundlegenden Neuorganisation staatlichen Handelns. Langfristig bringt das Internet das Ende der Auftragsverwaltung in der heutigen Form. Die Zentralisierung der Aufgaben im Internet schafft für die Gemeinden den Spielraum, sich den eigentlichen kommunalen Aufgaben zuzuwenden und für ihre Bürger als lokale Zugangsplattform umfassende Informationen und Services anbieten zu können, so Forrester.

Auch für den Bürger lohne sich die Virtualisierung der staatlichen Verwaltung, geben die Autoren der Studie an. Der Bürger könne jederzeit nachvollziehen, in welcher Bearbeitungsstufe sein Antrag gerade steckt und welche Behörde "bremst". Im beschriebenen Zukunftsszenario sind es Qualitätsverträge mit dem Antragsteller, die die Verwaltungseinheiten verpflichten, die nachgefragte Leistung innerhalb einer gegebenen Zeit in einem bestimmten Umfang zu erbringen. Im Falle der Nicht-Einhaltung könnten die beantragten Services kostenlos oder zu günstigeren Preisen erbracht werden, mutmaßen die Studien-Autoren. Kundenorientierung würde zur Leitmaxime des virtuellen Staates, das Internet zum wichtigsten Kommunikationsmedium, so die Einschätzung von Forrester.

Der Gesetzgeber werde vor der Aufgabe stehen, die grundlegenden Normen der Verwaltungsorganisation an die "virtuelle Realität" anzupassen. Auch die bisher gerne praktizierte Abgrenzung der einzelnen Behörden kann aus Sicht der Forrester-Analysten nicht aufrecht erhalten werden. Wenn der Staat den Übergang zur virtuellen Verwaltung ernst meint, müssen alle staatlichen Stellen zu einer umfassenden Kooperation bereit sein. Dazu gehört auch, von anderen zu lernen, offen nach "best practices" zu suchen und Erfahrungen zum gemeinsamen Vorteil auszutauschen, so Forrester.


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