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Napster blockt freiwillig Tausende von Songs

Filter soll unkontrolliertem Musiktausch einen Riegel vorschieben. Napster will – auch ohne direkte gerichtliche Anordnung – schon ab diesem Wochenende den Tausch vieler tausend urheberrechtlich geschützter Musikstücke mit einer eigens entwickelten Filtertechnologie verhindern. Die Basis dazu soll eine Liste von Plattenfirmen und einzelnen Künstlern liefern.
/ Andreas Donath
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Die Filter reagieren auf bestimmte Dateinamen und sollen so das Anbieten der entsprechenden Songs weitestgehend ausschließen, d.h., die entsprechenden Dateien werden nicht mehr über die Zentralserver von Napster anderen Usern zur Verfügung gestellt und tauchen somit in Suchergebnislisten nicht mehr auf.

Weshalb Napster dies freiwillig tut, ist zurzeit allerdings unklar. Aus taktischen Gründen könnte der Dienst versuchen, einem vernichtenden Gerichtsurteil zuvorzukommen, das genau dies fordert. Andererseits könnte das Gericht die Filter zum Anlass nehmen, Napster nur noch diejenigen Songs über die programmeigene Suchmaschine anzuzeigen, für die man explizit eine Lizenz besitzt. Dies würde bei bisheriger Verhaltensweise größter Teile der Musikindustrie bedeuten, dass Napster erheblich unattraktiver für seine Nutzer wird.

Die Musikindustrie hatte durch ihren US-Verband, die RIAA, das Angebot von Napster ausgeschlagen, Lizenzgebühren von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr zu zahlen, um die gerichtlichen Auseinandersetzungen zu stoppen.

Die Liste mit angeblich rund 5600 Songs ist nicht öffentlich einsehbar. Napsters Anwalt David Boies erklärte, das Unternehmen habe in den letzen zwei Wochen Tag und Nacht daran gearbeitet, das Filtersystem zu entwickeln. Zu früheren Gerichtsterminen hatte Napster stets argumentiert, eine Kontrolle über die getauschten Inhalte sei technisch nicht möglich.


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