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Greenpeace ruft zu Internet-Protest auf

Internetadresse www.zensiert-durch-elf.de geschaltet. Greenpeace will in dem Streit mit dem Ölkonzern TotalFinaElf notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. In dem Streit, bei dem TotalfFinaElf Greenpeace die Nutzung der Internetadresse www.oil-of-elf.de untersagt hat, wird es am 6. März zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Berlin kommen.
/ Andreas Donath
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Greenpeace hatte unter dieser Adresse über die Umweltzerstörung durch die Ölförderung in Russland berichtet und die angebliche Mitverantwortung von TotalFinaElf aufgezeigt. Der Ölkonzern hatte am 26. Januar 2001 die Internet-Adresse per einstweiliger Verfügung stoppen lassen.

"Wir lassen uns keinen Maulkorb verpassen" , erklärte Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. "TotalFinaElf ist mitverantwortlich für eine verheerende Umweltverschmutzung in Westsibirien, unter der die Bevölkerung schwer zu leiden hat. In diesem Streit geht es TotalFinaElf nicht darum, einer eventuellen Verwechslungsgefahr vorzubeugen, sondern die Veröffentlichung dieser Informationen im Internet zu unterbinden."

Durchschnittlich sickern nach Angaben von Greenpeace pro Tag in Russland rund 44.000 Tonnen Öl in die Landschaft – soviel wie bei dem Unglück des Tankers "Exxon Valdez" vor rund zwölf Jahren. TotalFinaElf sei der Hauptimporteur russischen Erdöls nach Deutschland. Bisher streitet der Konzern jede Mitverantwortung ab.

Bis es zu einer endgültigen Entscheidung vor Gericht kommt, will Greenpeace die Inhalte von www.oil-of-elf.de unter der neuen Adresse www.zensiert-durch-elf.de präsentieren. Dort startet auch eine Internet-Protestaktion, bei der alle Nutzer dazu aufgerufen werden, eine Protest-Mail an die Geschäftsführung von TotalFinaElf in Deutschland zu senden. In einem Brief an verschiedene Onlinedienste bittet Greenpeace die Redaktionen darum, Verweise und Freibanner zu dem Streit um www.oil-of-elf.de auf ihren Internetseiten zu installieren.

Feddern: "Wir hoffen auf große Unterstützung. Gerade in einem neuen Medium wie dem Internet ist es wichtig, dass jedes Stückchen Meinungsfreiheit verteidigt wird. Gleichzeitig muss jeder wissen, welche unvorstellbare Umweltzerstörung in Westsibirien an der Tagesordnung ist."


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