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E-Business-Dienstleister BLUE C mit katastrophalem Ergebnis

Umsatz im vierten Quartal 85 Prozent unter Plan

Der im Neuen Markt notierte E-Business-Dienstleister BLUE C AG hat in einem enttäuschend verlaufenen vierten Quartal 2000 seine Wachstumsziele deutlich verfehlt. Statt der im Sommer 2000 prognostizierten 5,7 Millionen Euro beläuft sich der Quartalsumsatz vorläufigen Berechnungen zufolge lediglich auf 0,9 Millionen Euro.

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Dies sei im Wesentlichen auf ein entfallenes Neukundengeschäft und ausbleibende Umsätze aus dem Servicegeschäft für Beteiligungsgesellschaften der BLUE C Incubation & Venture Management AG zurückzuführen.

Auf Grund der enttäuschenden Geschäftsentwicklung kommt es mit sofortiger Wirkung zu Veränderungen im Vorstand der BLUE C AG. Dr. Karl Strasser, bisher Technologievorstand, folgt Rüdiger Nürk als CEO der Gesellschaft. Rüdiger Nürk wird im Vorstand verbleiben und künftig vermehrt das Deutschlandgeschäft vorantreiben.

Vor dem Hintergrund der weiter deutlich spürbaren Zurückhaltung der Zielkunden bei Investitionen in elektronische Marktplätze sowie des schwierigen Kapitalmarktumfeldes, das eine wirtschaftlich tragbare Finanzierung der beabsichtigten Ergänzungsakquisitionen in naher Zukunft ausschließt, haben Vorstand und Aufsichtsrat ein Restrukturierungsprogramm verabschiedet.

Man plant die Niederlassungen in Schweden und den USA zu veräußern oder zu schließen und Restrukturierung der deutschen, französischen und englischen Niederlassungen durchzuführen. Die ursprünglich beabsichtigten Eröffnungen von Niederlassungen in Italien, Portugal, BeNeLux, Osteuropa, Südamerika und Asien soll zurückgestellt werden. Von derzeit 230 Mitarbeitern will man maximal 140 Mitarbeiter behalten. Darüber hinaus erwägt man die Einstellung der BLUE-C-Incubation-Aktivitäten. Der Vorstand prüft derzeit Ausstiegsszenarien.

Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass die für die ursprünglich geplanten neuen Zielländer avisierten Umsätze durch Aufträge in den Hauptmärkten auch nur annähernd kompensiert werden können, sieht die Gesellschaft sich veranlasst, die Umsatzprognose für 2001 von bisher 36,2 Millionen Euro drastisch auf nunmehr 10,6 Millionen Euro zu senken.

Unter Einbeziehung der Restrukturierungskosten verfügt das Unternehmen nach Angaben des Vorstandes gegenwärtig über ausreichend liquide Mittel, so dass die Liquidität der bis zum Börsengang geplanten Erreichung des Break Even im ersten Quartal 2002 aus Sicht der Gesellschaft nicht gefährdet ist.

Der Wiener E-Business-Dienstleister BLUE C war erst Ende August 2000 an den Neuen Markt gegangen. Gegenüber der Erstnotiz von 14 Euro verlor die Aktie etwa 80 Prozent auf heute 2,67 Euro.


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