Marktplätze im Internet: Das große Sterben beginnt 2005
Die Gründe für das sich abzeichnende Debakel sind eine Übersättigung des Marktes, zu wenig Kapital auf Anbieterseite, mangelnder Kundenservice, schlechte Ausnutzung der technischen Möglichkeiten und zu geringe Kenntnisse über den Zielmarkt. "Langfristig wird es pro Marktsegment durchschnittlich Platz für nur etwa vier B2B-Plattformen geben" , prognostiziert Ruppert. Dennoch gibt es branchenabhängige Unterschiede: Insbesondere im Bereich der Finanzdienstleistungen sieht Mummert und Partner noch vergleichsweise große Entwicklungsspielräume, da dieser Sektor beispielsweise durch die steigende Nachfrage bei der privaten Altersvorsorge expandieren wird.
Der B2B-Handel gilt langfristig als umsatzstärkster E-Business-Sektor. Allein in Europa sollen die Umsätze nach Expertenschätzungen bis zum Jahr 2004 auf fast 800 Milliarden US-Dollar steigen. Die Folge: Marktbeobachter zählten im vergangenen Jahr 600 neue B2B-Marktplätze allein in Europa.
Die Mummert und Partner-Experten gehen davon aus, dass auch noch im Jahr 2001 mehr Marktplätze öffnen als schließen. Der Grund: Die Umsetzung von E-Business-Plänen braucht Zeit. "Viele B2B-Projekte, die letztes Jahr gestartet wurden, werden erst im Laufe dieses Jahres ins Netz gehen" , so Georg Ruppert. Nach Einschätzung von Mummert und Partner wird das Wachstum aber 2002, spätestens 2003, sein Ende finden. Ab 2005 wird dann eine wachsende Pleitewelle die Zahl der B2B-Plattformen drastisch fallen lassen.
Doch welche B2B-Plattformen werden den Wettbewerb überleben? In der Studie "B2B auf virtuellen Marktplätzen" hat die Mummert und Partner Unternehmensberatung die entscheidenden Erfolgskriterien untersucht: Zum einen muss der Marktplatzbetreiber über ein umfassendes Know-how in der Branche der gehandelten Waren verfügen. Fachwissen im Bereich der Internettechnologie allein reicht nicht aus. Außerdem muss es dem Marktplatz schon in der Startphase gelingen, große Branchenführer als Zugpferde für kleine und mittelständische Unternehmen zu gewinnen. Erst sie sind die Voraussetzung für eine hohe Anzahl an Transaktionen. An Fachwissen und einen guten Basis-Kundenstamm können B2B-Marktplätze durch Partnerschaften mit Kapitalgesellschaften, Versicherungen oder Banken mit Branchen- und B2B-Erfahrungen gelangen.



